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2. April 2010, 08:28 Uhr

Zollitsch bedauert fehlende Hilfe für Missbrauchsopfer

Das Osterfest wird in diesem Jahr von den Missbrauchs-Skandalen in der katholischen Kirche überschattet. Dass die Kirche den Opfern zu wenig geholfen habe, hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, bedauert. In den Karfreitags-Gottesdiensten sollen Fürbitten für die Betroffenen gesprochen werden.

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Bedauert fehlende Hilfe der Kirche für Missbrauchsopfer: Erzbischof Robert Zollitsch© Rolf Haid/DPA

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, hat erneut Fehler der katholischen Kirche im Missbrauchsskandal eingeräumt. Die Nachrichten über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester und andere Mitarbeiter erfülle die Kirche "mit Trauer, Entsetzen und Scham", erklärte der Erzbischof in einer Mitteilung, die seine Diözese am Freitag verbreitete. In der Vergangenheit habe die Kirche den Missbrauchsopfern zudem zu wenig geholfen.

Es erschüttere die Kirche, "welches Leid den Opfern zugefügt wurde, die oft über Jahrzehnte hinweg ihre Verletzungen nicht in Worte fassen konnten", erklärte Zollitsch. "Es wurden Wunden gerissen, die kaum mehr zu heilen sind."

Fürbitten für Missbrauchsopfer

Durch die Enttäuschung "über das schmerzliche Versagen der Täter und aus falsch verstandener Sorge um das Ansehen der Kirche" sei "der helfende Blick für die Opfer" in der Vergangenheit "nicht genügend gegeben" gewesen, räumte Zollitsch ein. Dieser "leidvollen Realität" müsse sich die Kirche stellen. Der Erzbischof verwies zugleich aber auch auf die "andere gesellschaftliche Situation", in der die Kirche nicht genug für die Opfer getan habe.

Der Karfreitag könne für die Kirche nun "zu einem Neuanfang werden, den wir alle so dringend benötigen", erklärte Zollitsch. Die katholische Kirche in Deutschland wird derzeit von einem Skandal über Misshandlungs- und Missbrauchsfälle in ihren Kinder- und Jugendeinrichtungen erschüttert, die meist über Jahrzehnte verschwiegen worden waren. Fälle von Missbrauch gab es darüber hinaus auch in nicht-kirchlichen Einrichtungen.

In den Karfreitags-Gottesdiensten soll in vielen Bistümern eine besondere Fürbitte für die Missbrauchsopfer gesprochen werden. Den Text hatte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, vorgeschlagen. Darin wird unter anderem für die Kinder und Jugendlichen gebetet, denen "in der Gemeinschaft der Kirche großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden".

AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 27)
 
gunsha (04.04.2010, 08:09 Uhr)
MIXA
? dieser Mann sollte für sich selbst beten! Ich glaube ihm kein Wort! Obendrauf bezichtigt er die, die eine eidesstattliche Versicherung abgegeben haben, des Meineids! Wenn ich eingeschädigter wäre, würde ich niemals mit diesem verachtungswürdigen Menschen reden. Bei mir selbst haben es zwei Kirchenmänner in meiner Jugend versucht, aber ich bin zweimal ausgebüxt! Ich wusste nicht was da gespielt wurde, hatte aber auch nicht den Mut, oder das Vertauen, meinen Eltern davon zu erzählen. Für mich ist die Sache erledigt. Ich bin allerdings später aus der Kirche ausgetreten. Ich frage mich hier, wie viele Fälle es wie meiner gibt es. Mit einer solchen Feststellung wird mir schwindelig! Das ungewöhnliche Verhalten vom Papst macht mich auch sehr stutzig, denn letztendlich wusste er vor vielen Jahren nicht, dass er einmal Papst werden Würde! Wie die Kirche immer so schön predigt: Keiner ist ohne Schuld! Reden die von sich selbst?
barbarak (03.04.2010, 20:04 Uhr)
Tränen hab ich 2008 geheult...
.... als der jetzige Papst anlässlich seiner USA-Reise sich öffentlich bei den Opfern von sexuellem Missbrauch katholischer Priester entschuldigt hat.

Dass meine Eltern mir nicht geglaubt haben, dass der (Pfarr-) Onkel mich missbraucht - musste ich hinnehmen.

Dass mir die Priester - mit denen ich mich zu reden traute, mir erklärt haben, dass ich mich mit meinen sexuellen Phantasien zu zügeln hätte ... haben mich an mir zweifeln lassen.

Dass dieser frühkindliche sexuelle Missbrauch - egal ob von katholischem Priester oder abderem- einen psychisch belasteten Menschen aus mir gemacht hat - Tatsache.


Dass meine Kinder, meine Partner lange drunter leiden mussten, dass ich erst nach langer Therapie 'überlebensfähig' bin?

Morgen Nacht werden an vielen Orten Die Osterfreuer vor den Kirchen brennen und das Licht in dann die Kirchen getragen: LUMEN CHRISTI.

Möge das Licht alle Fehler zu Tage befördern.
helmutkarsten (03.04.2010, 19:15 Uhr)
doppelmoral oder powerply???
Ich frage mich nur, was passieret wäre, wenn die Skandale bei den Zeugen Jehovas oder den Scientologen vorgefallen wären? Nur um zwei Beispiele zu nennen.
An die schwarztalarisierten kommt man aber garnicht ran. Egal, ob ein Richter oder ein Geistlicher. Man kann meinen Namen goog...Die sind unangreifbar.
jetrabbit (03.04.2010, 18:26 Uhr)
der bruder vom pabst
soll ja auch oft gewalttätig geworden sein. er hat auch um sich geschlagen, und sogar stühle ins publikum geschmissen. gegen ihn sagt keiner was, wahrscheinlich weil er der bruder vom deutschen pabst ist.
dreicon (03.04.2010, 13:10 Uhr)
@cybertann(02.04.2010, 18:02 Uhr)
Und woher wissen Sie, daß sich die genannten Opfer von sich aus an die Medien gewendet haben? Und wenn, gegen solch mächtige Gegner hat man nur gemeinsam den Mut, und damit die Chance vorzugehen.

Und eine Gemeinsamkeit erreicht man nur durch Öffentlichkeit. Sie, @cybertann, laufen Gefahr, mit Ihrer Argumentation die Opfer zu Tätern zu machen.

Ich würde Sie auffordern wollen, darüber nachzudenken. Aber Sie werden dies nicht tun, denn man tut nicht, wozu ein Neunmalkluger auffordert! Nichtwahr?
Hamskibamski (03.04.2010, 09:58 Uhr)
Die nächste Hasswelle wird schon bald auf die kath. Kirche zurollen,
wenn die ersten vergewaltigten Nonnen und bediensteten Frauen, wie Haushälterinnen etc. auspacken und anklagen. Wenn die weggegeben Kinder der Vergewaltigungs und Missbrauchopfer ihr Wort erheben usw. Die Wahrheit nimmt ihren Lauf und davor schützt auch keine Verjährung !
Hamskibamski (03.04.2010, 09:35 Uhr)
@ cybertanne / Wieso auffällig ?
In der damaligen DDR waren es auch erst ein paar die aufbegehrten und es wurden dann immer mehr.
In einer grossen Gruppe, in diesem Fall wohl eher Leidensgemeinschaft, bricht das Schweigen halt leichter.

Und eine ganze Nation denkt plötzlich zurück und erinnert sich an längst Verdrängtes.

Die Kirche hat auf Verjährung der Untaten gespielt, aber die Wahrheit verjährt Gott sein Dank nie.

Und jetzt kommt die unterdrückte Wahrheit halt wie das jüngste Gericht über die Kirche nieder.

wobo (03.04.2010, 06:46 Uhr)
.... jetzt brechen alle Dämme....
Ich bin überzeugt davon, dass diese Foren und Meinungsäußerungen den Opfern helfen. Endlich hat das Schweigen ein Ende. Ich hoffe, dass die Vorwürfe gegen Mixa und auch die schlagenden Nonnen lückenlos von staatlichen Einrichtungen genauestens untersucht werden. Erweist sich deren Schuld - gnade den Schlägerinnen und Schlägern Gott. Ich schlage deshalb vor: Auge um Auge...........
brigitteramsau (03.04.2010, 06:15 Uhr)
Schickt den Schlaeger Bishof Mixa wenigstens in Pension.
Dieser Mann ist so erschuettert das seine fruehere "fromme" Schlaegertaetigkeit ans Tageslicht gekommen ist.

Man muss doch dafuer Verstaendnis haben. Das gleiche Gesox segnet auch die Waffen.
khbus (02.04.2010, 21:34 Uhr)
Beten hilft immer ??

Man fühlt sich ins tiefste Mittelalter versetzt. Damals wurde zum Beispiel die medizinische Versorgung der Bevölkerung durch die Klöster sichergestellt. Dabei waren natürlich die Möglichkeiten sehr begrenzt. Wussten die Mönche nicht mehr weiter, wurden die heiligen Reliquien hervorgeholt und die Gemeinde zum Beten aufgefordert. Durch Gebet und Gottes Hilfe wird sich schon eine Heilung ergeben. Genauso reagiert heute die kath. Kirche. Obwohl die Menschheit sowohl in Wissenschaft und Technik als auch in Psychologie und Problembewältigung riesige Fortschritte gemacht hat, scheint die kath. Kirche im Mittelalter stecken geblieben zu sein. Die Würdenträger, vom einfachen Priester bis hin zum Stellvertreter Christies auf dem ?Heiligen Stuhl? in Rom sind nicht fähig sich ihrer Verantwortung zu stellen. Für den modernen und aufgeklärten Menschen gibt es jetzt nur eine Möglichkeit sich zu wehren und die Herren zur Umkehr zu zwingen. Er muss der Kirche den Rücken zudrehen und einfach austreten. Dadurch entziehen wir der Kirche die Machtbasis und nur diese Sprache wird letztendlich verstanden werden.
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