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25. Mai 2009, 20:06 Uhr

Als der Staat zum Feind wurde

Mit seinem tödlichen Schuss auf Benno Ohnesorg hat er den Lauf der deutschen Geschichte verändert: Karl-Heinz Kurras, autoritärer Bürger, der von einer gestrigen Gesellschaft in Schutz genommen wurde. Wer war der West-Polizist in Ost-Diensten, der heute noch uneinsichtig ob seiner Tat von vor 42 Jahren ist? Und wie sah die Gesellschaft aus, die ihn prägte? Von Kuno Kruse

Kurras, Benno Ohnesorg, Stasi, Studentenbewegung

Eine fotografische Ikone der 68er: Friederike Dollinger hält ihrem sterbenden Kommilitonen Benno Ohnesorg den Kopf© Picture-Alliance

"Betrachten Ereignis als sehr bedauerlichen Unglücksfall." Mit diesem letzten Funkspruch des Stasi-Führungsoffiziers an Karl-Heinz Kurras schaltet das Ministerium für Staatssicherheit in Ost-Berlin seinen Agenten in der Westberliner Polizei ab. "Material sofort vernichten. Vorerst Arbeit einstellen."

Es ist der Sommer 1967. Stasi-Agent Kurras, Kriminalkommissar bei der Politischen Polizei in Westberlin, ist der Beamte, der den Studenten Benno Ohnesorg am Rande einer Anti-Schah Demonstration aus kurzer Entfernung in den Hinterkopf geschossen hat. Polizisten hatten eine Gruppe Studenten vorher in einen Hof getrieben und auf sie eingeprügelt. Das Foto von der Studentin, die ihrem sterbenden Kommilitonen den Kopf hält, wurde zur Ikone der Revolte, wie der Zigarre rauchende Che Guevara. Es war der 2. Juni. Er gilt als "Schlüsseltag", an dem die Studentenbewegung den "faschistoiden" westdeutschen Staat zum Feind erklärte, der dunkle Tag, an dem ein großes Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik seinen Lauf nahm. Bis in den Herbst 1977, dem Jahr des Terrors der RAF.

Kurras räumt Stasi-Mitarbeit ein

Jetzt, 42 Jahre später, entdeckten zwei Mitarbeiter der Birtler-Behörde die Agentenkarriere des Todesschützen Kurras in einer 17-bändigen Akte der Staatssicherheit, ungeschreddert. Ein Zufallsfund. Denn die Karten mit den Zugangsdaten der als "geheime Ablage" eingestuften Akte waren während der Wende vernichtet worden. Kurras selbst räumte die Stasi-Mitarbeit gegenüber der "Bild am Sonntag" inzwischen freimütig ein und ging ein Bier trinken.

Und mancher Zeitgenosse fragt sich nun, ob er im falschen Film war. "Der Tod von Benno Ohnesorg hat ungemein radikalisierend gewirkt. Und auch das Attentat auf Dutschke ist als indirekte Folge zu fassen," sagt der streitbare Historiker Götz Aly, selbst 68er, der sich mit einem Buch über die Revolte in seiner Alterskohorte kaum Freunde gemacht hat: "Zur Überraschung aller gerät alles noch einmal in ein neues Licht, das hat auch was Befreiendes."

Ein Mann in den Reihen der Polizei des West-Sektors

Dass die Berliner Polizei, die ja sehr stark von ehemaligen SS-, Gestapo-, und Wehrmachtsleuten geführt wurde, einen unschuldigen Demonstranten per Genickschuss ermordet, das schien damals so wunderbar zu passen, dieser ekelhafte persische Potentat, die Liebesdienerei. Aly: "Wenn klar gewesen wäre, das war selber ein Irrgeleiteter, der eine merkwürdige Doppelexistenz führte und nicht nur dieser Polizeiführung gehorchte, sondern noch ganz anderen Mächten, dann hätte das alles nicht funktioniert." Statt gegen die verkrustete Gesellschaft liefen die Studenten nach dem 2. Juni nun Sturm gegen den Staat. Kurras hatte sich nicht für einen Spitzeldienst entschieden, als er sich 1955 bei der SED in der Wilhelm Pieck Straße meldete. Er wollte nur den Polizeidienst wechseln. Der lockte einen Mann wie ihn im Ost-Sektor genauso wie im West-Sektor der Stadt. Der eine stand dem anderen in seinem martialischen Auftritt in nichts nach, hüben wie drüben wurden Polizisten zuerst am Karabiner, und dann erst im Gesetz geschult. Für einen guten Schützen mit Karriereambitionen konnte der Dienst bei der Volkspolizei im Ostsektor 1955 genauso viel bieten, wie der Dienst in der "Stummpolizei". Das war der Ost-Terminus für die Kollegen im Westsektor, die sie nach dem Auseinanderbrechen der Verwaltung nach dem sozialdemokratischen West-Berliner Polizeipräsidenten Johannes Stumm benannt hatten.

Die Stasi ließ ihn nicht übersiedeln

Doch die Stasi ließ ihn nicht übersiedeln. Ein Mann in den Reihen der Polizei des West-Sektors konnte dem SED-Staat dienlicher sein als einer in den eigenen. Um seine "Ehrlichkeit" unter Beweis zu stellen, schlugen die neuen Kollegen von der Stasi vor, erst einmal als Informant in der West-Polizei für "die Ziele der DDR" zu arbeiten.

Kurras war kein flammender Sozialist, sondern "politisch ungeschult", wie es in seiner Verpflichtungserklärung für die Staatssicherheit nachzulesen ist. Aber einer, der von nun an unter den Tarnnahmen "Otto Bohl" seine "Arbeitskraft dem Friedenslager zur Verfügung stellen" wollte, wie man ihm in die Erklärung diktierte. Ein "Selbstmelder", wie die freiwilligen Überläufer bei der Stasi hießen. Erstaunlich für den Sohn eines ostpreußischen Gendarmen. Dazu ein Wehrmachtsfreiwilliger, der noch 1948 wegen antisowjetischer Propaganda und Waffenbesitz drei Jahre im sowjetischen Lager Sachsenhausen absaß. Seine Entlassung lag gerade fünf Jahre zurück.

Ein aufregendes Agentenleben

Getarnt mit Brille und Hut wechselt Agent Kurras am Bahnhof Friedrichstraße zur Berichterstattung den Sektor, trifft "Trude", so der Deckname der kräftigen Agentenführerin Charlotte Müller, im "Schleusenkrug" im Tiergarten. Ein aufregendes Agentenleben mit Geheimschriften, Abhörmikrophonen, Minox-Miniaturkamera und sonntagnachmittags Funkverkehr. Die Quelle Kurras sprudelt immer reichhaltiger. Denn der Polizist mit Notabitur steigt zehn Jahre später im Westen in die Abteilung I der Politischen Polizei auf, die nach Spionen und Verrätern fandet. Als eine gefasste Agentin gleich auspackte, bat er seinen Führungsoffizier: "Gebt mir den Auftrag, die würde ich umbringen, so eine Verräterin."

Dass es sich bei Kurras um einen "autoritären Charakter" handelt, wie ihn Theodor Adorno in der Wortwahl der Frankfurter Schule nannte, ändert sich nicht dadurch, dass er für die SED arbeitete und dort 1962 Mitglied wurde. Im spießig Kleinbürgerlichen (damals hieß es frei nach Sigmund Freud "Analen") verband Ost und West damals viel mehr, als jede Blockzugehörigkeit trennen konnte. Rock'n'Roll, lange Haare und Schlaghosen schockten in den 60-ern Kommunisten genauso wie Demokraten.

"Gelbe Samtsessel ausgerichtet wie Soldaten auf dem Exerzierplatz, die Kissen symmetrisch angeordnet, kein Stück Geschirr steht in der Einbauküche herum, weiße Schränke und gewienertes Chrom, nicht einmal im Badezimmer liegt irgendetwas herum, das auf einen Bewohner hindeuten könnte. An den Wänden hängt kein einziges Bild. Nirgendwo ein Staubkorn." So beschrieb 1967 der stern-Reporter Heiko Gebhardt, der es im Mechanikerkittel in Kurras von der Polizei gewachtes Haus schaffte, die Wohnung des sauberen Schützen mit den messerscharfen Bügelfalten.

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KOMMENTARE (10 von 16)
 
unbekanntenummer (28.05.2009, 10:23 Uhr)
ein politischer mord ist und bleib ein mord
sry. der Kommentar wurde nicht vollständig geschickt !!!!!
ich klage diesen Menschen des Mordes an und möchte das er bestarft wird.
Es kann nicht sein das ein Mensch einen Mord begehen kann und dann nach Jahren sagen kann: lasst mich damit in Ruhe...
Muss erst das Volk diesen Menschen richten oder schafft die Bundesregierung es doch einmal ein wenig Gerechtigkeit zu schaffen ...
Schön wäre es....
Protest ist, wenn ich sage, das und das passt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, dass das, was mir nicht passt, nicht mehr geschieht.
( Ulrike Marie Meinhof)
Der Krieg ist die Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln.
(Bismarck)
unbekanntenummer (28.05.2009, 10:13 Uhr)
ein politischer mord ist und bleib ein mord
Wenn die Regierung die Rechte des Volkes verletzt, ist für das Volk und jeden Teil des Volkes der Aufstand das heiligste seiner Rechte und die unerlässlichste seiner Pflichten.
(Artikel 35. franz.Verfassung 1793)
Der Mord an einem Studenten hat dazu geführt das sich die Studenten und grosse Teile des Volkes dazu berufen gefühlt haben eine andere Art des Wiederstandes zu gehen ....
Ist es normal wenn Studenten protestieren gegen jmd. der Menschenrechte verletzt wie der Schah von Persien und sie dann geschlagen werden ... ?(in diesem Moment hätte ich schon nen Mordanschlag verübt auf den Schah und die Beamten die die Studenten schlagen )
ich bin der Meinnung das der Staat schon da versargt hat .(man kann ja alles friedlich klären aber wenn dies nicht geht heisst es Naturzustand!!!!!).. Ich bin selber student (Politik,Vwl ) und als ich hörte das die Studenten erst geschlagen worden sind und anschliessend ein Student starb, muss man sich doch nicht wundern wenn anschliessend die Bewegung 2 juni + Raf gegründet wird...
Ich finde die damalige Regierung ist gut davon gekommen (sehr wenig tote)
für die Sachen die sie sich geleistet hat.
Juris1 (26.05.2009, 18:16 Uhr)
Als der Staat zum Feind wurde
Ich halte die 68 für eine absolut wichtige Zeit. Durch diese Zeit ist Vieles in Rollen gekommen. Menschen interessierten sich für Politik, für das, was in Deutschland und in der Welt passiert.
(-Anders als Heutzutage)
Das es auch eine radikale Gruppierung gab, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der damaligen Regierung. Die RAF hat z.B. die erste Pistole aus Geheimdienstkreisen erhalten. -
Man mag zur Gewalt stehen wie man will, mag man sich vorstellen, wer heute Opfer eines Attentats geworden wäre. Es gibt sicherlich einige unter ihnen, die heimlich Beifall geklatscht hätten, würde ein Herr A. oder ein Herr Z. ins Visier genommen.
-
´Gewalt ist kein Mittel. - Da gebe ich ihnen Recht. Aber es ist vielleicht verständlich, wenn man erkennt , dass es keinen anderen Weg gibt.
Im Nachhinein kann man das alles anders bewerten.
vegefranz (26.05.2009, 09:12 Uhr)
@changyai: gut nachvollziehbar
es gibt - das kann ich bestätigigen - eine grosse Zahl von ursprünglichen Idealisten, die zu Realisten geworden sind. Meistens tritt dieser Wandel ein, wenn eigenes Einkommen erzielt wird. (dieses erklärt auch, warum viele 68er/Harz4 Bezieher noch nostalgisch in den 80er Jahren hängen geblieben sind).
Dieter37 (26.05.2009, 06:02 Uhr)
@changyai (26.5.2009, 5:13 Uhr)
gute Einsicht; späte Einsicht - aber immerhin...
Typen, wie die rote Claudia von den Grünen, sehen erst gar nichts ein.
Die 68-er Zeit hat viel Dummes losgetreten, an dem wir noch heute zu knabbern haben; aber diese Zeit war auch eine wichtige für die Neuorientiereung, für die Beseitigung von Mief und der Spießigkeit der Adenauerzeit. Heute haben wir neue Erkenntnisse und sehen Vieles abgeklärter - damals konnte man das alles noch nicht wissen. Schlimm ist nur, dass es noch immer Verbohrte dieser Zeit gibt, die nicht lernen wollen. Der Witz ist doch wirklich der, dass immer die, die nach Meinungsfreiheit rufen, anders Denkenden dieses Recht absprechen. Und immer sind es die Linken - und die sollten es doch besser wissen oder auf ihre Vorreiterin Rosa Luxemburg hören: "Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden" !
changyai (26.05.2009, 05:13 Uhr)
sehrdumm.de
@talkingkraut. fangen wir mal so an. ich war 1967 noch ein kleiner dummmer junge , ich habe keine schuld an den "verbrechen" meiner aelteren zeitgenossen, desshalb kann ich dafuer auch nicht belangt werden ich habe das doch nicht gewusst. als ich anfang der 70er jahre meinte ulrike meinhoff in einer heimatstadt nahe hannover in einem BMW identifiziert zu haben bin ich NICHT zur Polzei gegenagen. wie hoch das Loesegeld auch immer war. weil sie war doch eine von uns, und der staat war SA/SS. ich wusste es doch nicht anders.
aber SIE wussten es, SIE wussten das die 68 bewegung die neuen Nazis sind. was fuer eine quirlte scheisse.
es ist aus dem ruder gelaufen, die 68er haben sich zum teil zu den arschloechern entwickelt ( oder ev waren sie es immer ,-horst mahler) die sie vorgaben zu bekaempfen. das ist richtig!
ohne 68 kein willy brandt, der den osten aufgeweicht hat bis er mit einem seufzer nach begruessungsgeld implodierte. keine gruenen, keine emanzipation der frau. die 68er haben die grundlage fuer unseren, mas or menos, demokratischen staat gelegt. mit dem ich mich mitlererweile identifizieren kann, ja auf den ich sogar, ich gestehe, manchmal etwas stolz sein kann, zb wenn uns schroeder aus dem unseligen Irakkrieg rausgehalten hat. gerade weil wir einen wie joshka fischer als aussenminister hatten, weil christo und jeannee claude den reichstag verhuellen konnten (unter taetiger mithilfe einer christdemokratin) mit der ich in den 70gern nicht mal gesprochen haette. und dass die CDU eine protestantin aus der zone zur kanzlerin macht. so schlecht kann doch es unter rudi nicht gewesen sein. na gut autobahnenhat er nicht gebaut...
aber: ich habe damals, schon in berlin, kudamm/joachimstaler fuer die ruekkehr komenis in den iran aus seinem exil bei Paris unterschrieben. seitdem unterschreibe ich garnichts mehr. das war wirklich ein fehler, den ich bis heute bereue.
gmathol (26.05.2009, 00:07 Uhr)
Nicht der Staat ist der Feind...
...aber seine schurkischen Repraesentanten, die das Volk bestehlen, beluegen und sich selbst bereichern.
Kurras haette weggesperrt werden muessen.
BrunoK (25.05.2009, 23:56 Uhr)
@Sauerkraut
Sagen's Herr "talkingkraut", wie alt sind Sie ? Siebzehn?
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Anno 49 wurde die Demonstrationsfreiheit ins Grundgesetz reingeschrieben, aber die Altvorderen konnten damit nicht viel anfangen, iranische Schlägertrupps und die Polizei fingen mit der Gewalt an, "Sie" waren damals nicht dabei, aber ich.
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Gewalt wurde mit Gewalt beantwortet, keine gute Lösung, ich war und bin immer gegen Gewalt.
Steine gegen Polizisten werfen ist keine Lösung, aber nach dem sinnlosen und im Nachhinein gedeckten Mord eines Polizistens durch die "Staatsgewalt" (ob der jetzt Stasiinformat war oder spielt doch da gar keine Rolle) hat die Schwächen des verkrusteten Systems der BRD in den 60ziger Jahren aufgedeckt.
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Die langen Jahre der RAF, die durch sinnlose Morde bewiesen haben das man mit Gewalt bestenfalls eine Kuh herumhebt, aber nicht eine Demokratie ändert, haben gezeigt, das Gewalt Probleme nicht lösen kann in einer Demokratie.
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Das ist keine Frage von "Kommunismus", auch keine Frage von "Nationalismus" (da gab's auch einen Haufen Gewalt wie unsere Geschichte das lehrt), das ist eine Frage des Verstandes.
Und die Geschichte lehrt auch, das manchmal etwas "Nachdruck" für die Herren gewählten Volksvertreter gar nicht so schlecht sein soll, aber da tuen wir Deutsche uns schwer (die linken und rechten Schlägertrupps aus aller Welt mein ich nicht damit)... ??
Angel_of_Mercy (25.05.2009, 23:10 Uhr)
@talkingkraut
Ich knüpfe gerade bei ihnen an.
Wo könnten wir heute sein, wenn die Stasi Jesus nicht zum Kommunismus bekehrt hätte oder ein gewisser IM Mohammed nicht Prophet einer neuen Religion geworden wäre oder IM Martin Luther nicht seine Thesen in Wittenberg angeschlagen hätte oder IM Christobal Colon (Columbus) Amerika nicht medienwirksam entdeckt hätte usw. usw.
Das meiste was in der BRD seit Gründung schief gelaufen ist, war nicht von der Stasi verursacht, auch wenn man es gerne so hinstellt, um seine Hände rein zu waschen.
Mich würde übrigens auch mal interessieren inwieweit der BND, MAD und VS in der DDR mitgemischt haben.
Höchst unwahrscheinlich, dass sie es nicht taten.
Es ist auch nicht ratsam, Die Linke von heute mit der SED der DDR gleichzusetzen, denn dann muss man auch die CDU/CSU von heute mit der NSDAP gleichsetzen. Warum? In beiden Fällen waren manche/viele Mitglieder der früheren Partei, später auch Mitglieder der heutigen Parteien.
Aber jetzt zum eigentlichen Thema.
Wenn man den Artikel so liest, von Anfang bis Ende, muss man zu der Auffassung kommen, dass die Geschehnisse von damals, doch nicht soooo schlecht waren für die zukünftige Entwicklung der BRD, in Form von mehr Demokratie und Aufbrechen der verkrusteten Gesellschaft. Leider haben dafür Menschen sterben müssen, um aus einer postfaschistischen Gesellschaft in einem demokratischen Staat eine demokratische Gesellschaft in einem demokratischen Staat zu machen. Bedauerlicherweise wurden die Ideale von damals in den letzten 15 Jahren immer stärker verraten und zwar von Menschen, denen diese Ideale auch einmal zu eigen waren. Braucht es wirklich wieder Tote bei Demonstartionen um den Kurs zurück zu mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu finden?
Katastrophenjunkie (25.05.2009, 23:05 Uhr)
@talkingkraut
Wenn in der jungen Bundesrepublik die Aufarbeitung des NS-Unrechtes nicht schleppend bis garnicht abgelaufen wäre und tatsächlich der Muff (nicht nur unter den Talaren) nicht immer noch das Land beherrscht hätte, dann wäre auch keine so starke Gegenbewegung dazu aufgekommen.
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Wer von den heutigen "Demonstranten" (auch Verbaldemonstranten z.B hier in diesem Forum) kann sich sich Deutschland denn noch vorstellen ohne die heutigen Freiheiten? Die wurden aber zum guten Teil von diesen Leuten erkämpft! So etwas wie Demonstrationsfreiheit bzw. überhaupt die Freiheit zusagen, wonach einem der - politische - Sinn steht, gab es zwar im Grundgesetz. Wie man aber allerorten sehen konnte, war das reine Theorie!
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Es gab damals durchaus junge Menschen, denen die bundesrepublikanische Wirklichkeit - zurecht - zu verlogen war. Wo wäre die Demokratie heute wohl, wenn sie sich nicht an solchen Herausforderungen hätte schärfen müssen?
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