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30. Juli 2009, 09:14 Uhr

Massive Mängel auf Urlaubsfähren

Defekte Rettungsboote, ungeschulte Crews, fehlende Querschotten auf dem Autodeck - mit diesen Fähren werden in den Sommermonaten tausende Urlauber transportiert. Der ADAC testete griechische Schiffe auf ihre Sicherheit. Das Ergebnis: enttäuschend und alarmierend.

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Mangelhaft: Die "Sardina Vera" fiel beim ADAC-Test durch© DPA

Ein defektes Rettungsboot, fehlende Querschotten im Autodeck und unzureichendes Notfall-Training der Besatzung - die Autofähren in Griechenland weisen zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel auf. Beim ADAC-Fährentest 2009 fielen deshalb von den 14 überprüften griechischen Schiffen vier - oder knapp ein Drittel - wegen gravierender Mängel glatt durch, wie der Autoclub mitteilte.

Testleiterin Sabine Zuschrott nannte das Ergebnis der ADAC-Stichprobe "enttäuschend und alarmierend". Sie appellierte an die Reeder, mehr Geld für die Sicherheit ihrer Schiffe auszugeben. Nach früheren Auffälligkeiten hatte der Autoclub den diesjährigen Fährentest allein auf Griechenland beschränkt.

Nur eine Fähre "sehr gut"

Von den getesteten Fähren fiel eine mit der Gesamtbewertung "sehr mangelhaft" und drei mit "mangelhaft" durch, vier Schiffe erhielten lediglich die Note "ausreichend". Fünf Fähren schnitten mit "gut" ab, aber nur für eine gab es ein "sehr gut". Als Tester waren Ende Mai und Anfang Juni unabhängige nautische Sachverständige unterwegs.

Testsieger ist nach ADAC-Angaben die "Ionian King" der Reederei Agoudimos Lines, die zwischen Patras auf dem Peloponnes und Igoumenitsa auf dem griechischen Festland verkehrt. Die 18 Jahre alte Fähre bekam in vier von fünf Kategorien Bestnoten, ein dickes Lob gab es auch für "die sehr gut ausgebildete und verantwortungsbewusste Crew".

Rettungsboot nicht einsatzbereit

Testverlierer war die "Sardinia Vera" der Reederei Kallisti Ferries, die zwischen Piräus auf dem griechischen Festland und Vathi auf der Insel Samos unterwegs war. Den technischen Zustand der 34 Jahre alten Fähre, aber auch das Sicherheitsbewusstsein der Mannschaft nannte der ADAC besorgniserregend: Ein Evakuierungssystem war nicht vorhanden und ein schnelles Rettungsboot war nicht einsatzbereit. Vor allem aber fehlten die vorgeschriebenen Querschotten, die bei Wassereinbruch das Fluten des Autodecks verhindern sollen.

Bei Fährunglücken sind in den vergangenen Jahren immer wieder viele Menschen ums Leben gekommen. Besonders schlimm war der Fall der estnischen Ostseefähre "Estonia", die 1994 vor der Südwest-Küste Finnlands sank - 852 Menschen kamen dabei ums Leben. Unvergessen ist aber auch der Fall der griechischen Fähre "Express Samina", die im Jahr 2000 mit 534 Menschen an Bord vor der Ferieninsel Paros ein Riff rammte und binnen Minuten unterging - 76 Menschen kamen ums Leben.

"Die Sicherheit der Passagiere muss immer im Vordergrund stehen", betonte ADAC-Vizepräsident Max Stich. Die griechischen Behörden müssten endlich Druck machen, dass die Reedereien ältere Passagierfähren entweder nach neuesten Sicherheitsstandards nachrüsten oder diese ganz ausmustern.

DPA
 
 
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