Diese Marken engagieren sich für faire Arbeitsbedingungen

7. Dezember 2012, 16:49 Uhr

Nach dem verheerenden Fabrikbrand in Bangladesch fragen sich viele, wo sie guten Gewissens Mode kaufen können. Ein Marken-Check zeigt, wer sich für faire Arbeitsbedingungen einsetzt– und wer nicht.

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Eine Textilfabrik in Tongi, einem Vorort von Dhaka in Bangladesch. Die Organisation Clean Clothes Campaign hat 61 Modekonzerne zu ihrem Engagement für faire Arbeitsbedingungen befragt.©

Der katastrophale Brand mit über 100 Toten in einer Textilfabrik in Bangladesch hat eine Debatte über die Arbeitsbedingungen in der Branche entfacht. Viele Menschen in Deutschland fragen sich, wo sie noch guten Gewissens Mode kaufen können. Der Marken-Check der Clean Clothes Campaign (CCC) zeigt, welche Firmen sich überhaupt für faire Arbeitsbedingungen engagieren und welche nicht.

Die Organisation Clean Clothes Campaign (CCC) hat von 2010 bis 2012 insgesamt 61 Modekonzerne befragt: Wie verhindern die Unternehmen Ausbeutung und wie sichern sie faire Löhne? Wie transparent sind sie? Die Hersteller wurden dann einer von fünf Kategorien zugeordnet:

"Fortgeschritten“: Die Firma engagiert sich umfassend.
Haglöfs, Jack Wolfskin, Maier Sports, Mammut, Odlo, Patagonia, Schöffel, Switcher, Vaude
"Durchschnittlich“: Sie hat angefangen, Arbeitsbedingungen zu verbessern.
C&A, Columbia, Esprit, Fjällräven, G-Star, H&M, Helly Hansen, Jack & Jones, Levi Strauss & Co, Only, Salewa, Tatonka, The North Face, Vero Moda
"Einsteiger“: Sie stellt sich überhaupt dem Thema.
Billabong, Charles Vögele, Icebraker, InWear/IC Companys, Kaikkialla, Lee, Lowa, Marmot, Meindl, Meru, Mexx, Northland, Promod, s.Oliver, Street One, Tally Weijl, Triumph, WE, Wrangler
"Nachlässig“: Sie kümmert sich nicht.
Benetton, DC Shoes, Erima, O'Neill, Orsay, Quicksilver, Skiny Bodywear
"Verweigerer“: Sie äußert sich nicht zu dem Thema.
Burton, Carhartt, Diesel, Etnies, Kilimanjaro, New Yorker, Nikita, Nitro, Pimkie, Quechua, Rip Curl, Seven Summits

Viele hatten keine Zeit oder äußerten sich vage

Der stern gab jedem Unternehmen Gelegenheit, das Urteil zu kommentieren. Fazit: Viele hatten keine Zeit, verwiesen auf ihren firmeninternen Verhaltenskodex (Burton, Billabong, Lowa, Orsay, Vera Moda) oder äußerten sich vage: Es habe sich seit der Befragung "viel geändert“, (Bennetton). Eine Kollegin sei "da jetzt dran“ (O’Neill). "Wir verlangen von Lieferanten angemessene Löhne (New Yorker).

Andere Firmen verwiesen auf Zertifikate, die die Qualität ihrer Lieferanten sichere – BSCI, ISO 9001, SA 8000, FLA – so etwa Erima, Triumph oder Northland. Lauter gute Zeugnisse, aber wird die Welt dadurch auch besser? Für den Verbraucher bleibt das undurchsichtig.

Falsch beurteilt sieht sich die österreichische Firma Seven Summit (Verweigerer) und betonte ihre hohen Nachhaltigkeitsstandards. Auch H&M wertet sein Engagement nicht als durchschnittlich, sondern fortschrittlich. Begründung: "H&M arbeitet grundsätzlich anders als die meisten Textilunternehmen, wir sind in den Produktionsländern mit 15 eigenen Büros und 100 Mitarbeitern präsent, die die Lieferanten schulen, kritisieren, sanktionieren.“ Der Outdoorhersteller Icebreaker hat als Konsequenz aus seiner schlechten Bewertung damit begonnen, seinen Lieferanten regelmäßig zu kontrollieren. Andere "Einsteiger“ wie Promod oder Meru schreiben, sie arbeiteten kontinuierlich an Verbesserungen.

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