15. November 2012, 12:10 Uhr

Zehntausende Südeuropäer fliehen vor der Krise

Sie sehen in ihrer Heimat keine Chance mehr auf einen Job. Als Ort der Hoffnung entdecken Südeuropäer Deutschland. Die Zuwanderungsquoten steigen rasant.

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Zukunft im eigenen Land ungewiss: Deutlich mehr Menschen aus den südeuropäischen Krisenländern zieht es nach Deutschland©

Immer mehr Menschen aus den Euro-Krisenländern suchen ihr Glück in Deutschland. Die Zahl der Zuwanderer aus Griechenland sprang im ersten Halbjahr dieses Jahres um 78,2 Prozent auf 15.838, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Aus Spanien kamen 11.129 Personen und damit 53,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Ebenfalls um gut 53 Prozent schnellte die Zahl der Zugezogenen aus Portugal in die Höhe: um 2000 auf 5776. Alle drei Länder leiden wegen der Krise unter hoher Arbeitslosigkeit.

Die meisten Zuwanderer nach Deutschland stammen dem Amt zufolge allerdings weiter aus Polen. Von dort kamen 88.792 Menschen und damit gut 14 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Aus den osteuropäischen Ländern, die erst 2004 der EU beigetreten sind, stieg die Zuwanderung um 20 Prozent auf 138.000 Zuzüge. Dabei fiel der Anstieg für Ungarn mit 46 Prozent besonders hoch aus. Aus Afrika kamen zehn Prozent, aus Amerika zwei Prozent und aus Asien sieben Prozent mehr Menschen nach Deutschland.

Insgesamt zogen im ersten Halbjahr 2012 501.000 Menschen in die Bundesrepublik - das waren 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Bereits 2011 war die Zuwanderung im Vergleich zum Vorjahr mit 20 Prozent deutlich gestiegen.

cjf/kgi/Reuters/DPA
 
 
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