Wer mit Vorerkrankungen einen Vertrag bei einer privaten Krankenversicherung abschließen will, muss mit Aufschlägen oder gar mit Ablehnung rechnen. Abhilfe kann das sogenannte Invitatio-Modell schaffen.

Wer an Vorerkrankungen leidet, sollte das Invitatio-Modell nutzen© Colourbox
Wer mit Vorerkrankungen belastet auf der Suche nach einer Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherung ist, muss vielfach mit Ablehnungen rechnen. Denn viele private Versicherer verweigern dann den Vertrag oder verlangen Aufschläge. Das Problem dabei: Wer einmal abgelehnt wurde, wird auch Probleme haben, bei anderen Versicherungen unterzukommen. Denn die Ablehnung oder die geforderten Zuschläge müssen bei weiteren Anträgen angegeben werden. Wer dies unterlässt, macht den Vertrag anfechtbar.
Helfen kann in solchen Fällen das sogenannte Invitatio-Modell: Damit schaffen die Versicherungen die Möglichkeit, Versicherungsabschlüsse anzubahnen, ohne beim Beratungsgespräch bereits alle erforderlichen Pflichtunterlagen aushändigen zu müssen. Das Invitatio-Modell erlaubt es, dass der Versicherungsvermittler den Kunden berät und dieser danach bei einer oder mehreren Versicherungsgesellschaften Angebote anfordert.
Der Versicherer hat so die Möglichkeit, dem Kunden ein Angebot zu unterbreiten und mitzuteilen, in welchem Umfang und zu welchen Konditionen man bereit ist, ihn zu versichern. Die Versicherung schickt dabei einen Antrag in Form einer Police zu und händigt gleichzeitig alle notwendigen Unterlagen aus. Unterschreibt der Verbraucher die Annahmeerklärung, ist der Vertrag abgeschlossen und der gewünschte Versicherungsschutz ist gesichert.
Wer wegen Vorerkrankungen nur schwer einen Vertrag bekommt, kann das Invitatio-Modell nutzen, um abgelehnte Anträge auszuschließen. Damit bleibt er versicherbar. Betroffene Verbraucher fordern einfach zeitgleich bei verschiedenen Versicherungen erstmalig Angebote an. Dann können sie in aller Ruhe die Konditionen vergleichen, zu denen sie versichert werden können. Da Sie bei einer gleichzeitigen Angebotsanforderung noch keine Ablehnung oder erschwerte Annahmebedingungen haben, müssen Sie die Versicherungen auch auf nichts hinweisen.
Ein Sonderfall des Invitatio-Modells ist das Vertreter-Modell. Die Antragsteller lassen dabei das Angebot und die dazugehörigen Unterlagen an die Adresse eines Maklers senden. Dieser kann dann die Annahme des Antrages im Namen seines Kunden ohne weitere Rücksprache gegenüber der Versicherung erklären. Verbraucher können so die Vorteile einer Maklerberatung und -betreuung mit denen des Invitatio-Modells verbinden.