VG-Wort Pixel

Diese Autos werden dieses Jahr Oldtimer 30 Jahre jung


Einige Automobile feiern in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag und gelten damit als Oldtimer, die günstigere Versicherungs- und Steuertarife bekommen. Unter den Klassikern sind der Golf II, der Peugeot 205 und der Kadett GTE.

Ein Besitzer, dessen Auto das begehrte "H" als Abschluss der Zahlenkombination auf dem Nummernschild hat, kann sich schon mal die Hände reiben. Mit diesem "H" wie historisch gilt das Vehikel als Oldtimer und der Fahrer spart eine Stange Geld. Die Steuer für das Fahrzeug beträgt pauschal jährlich 191,73 Euro (egal, wie groß der Hubraum ist) und die Versicherungstarife sind günstiger. Allerdings muss der Oldtimer in einem guten, unverfälschten Zustand sein und dies durch einen Gutachter bestätigt werden. Nichtsdestotrotz feiern in diesem Jahr einige Klassiker ihren 30jährigen Geburtstag.

Es bestehen gute Chancen, dass einige Versionen des Golf II dieses Jubiläum erleben. Schließlich ist der Typ 19E noch robuster als die Vorgänger-Generation. Im vergangenen Jahr waren noch 450.000 Golf II in Deutschland zugelassen. So mancher Autobauer wäre angesichts dieser Zahlen hellauf begeistert. Ein Grund ist der deutlich verbesserte Rostschutz. Der Golf II ist der erste Golf, der hauptsächlich vollautomatisch von Industrierobotern gefertigt wurde. Auch die Alltagstauglichkeit ist deutlich besser - der Golf II hat im Vergleich zur ersten Variante deutlich zugelegt und ist 28 Zentimeter länger und bringt es jetzt auf 3,98 Meter. Die Karosserievielfalt des Wolfsburgers ist auch schon auf der Höhe der Zeit. Das Kompakt-Automobil wurde als Zwei- oder Viertürer sowie als Stufenheck-Version Jetta angeboten.

Während der deutsche Kompaktwagen-Bestseller eine Evolution war, mit der VW die Kundschaft bei der Golf-Stange halten wollte, war der Honda CRX eine mutige Neuerscheinung des Jahres 1983. Die schnittige Coupé-Form half den Japanern in Europa ihr angestaubtes Image abzulegen und lässt den CRX heute noch nicht wie einen Oldtimer aussehen. Mit 100 PS hält der Japaner zumindest ansatzweise, was seine optische Dynamik verspricht. Das Vierzylinder-Einspritztriebwerk ist eine echte Drehorgel - der Drehzahlbegrenzer setzt erst bei 7.500 Umdrehungen ein. Das reicht für einen null-auf-100-km/h-Sprint in 8,9 Sekunden und schafft 190 km/h. Diese Fahrleistungen verhalfen dem flotten CRX in den USA zu dem Spitznamen "Pocket Rocket" (dt.: Taschenrakete).

Eine ähnliche Rennsemmel ist der Kadett GTE. Mit seinem 115 PS-Motor bringt es der schnelle Opel auf 187 km/h. Der 1,8-Liter-Motor hat einen Leichtmetall-Zylinderkopf und einen hydraulischen Ventilspielausgleich. Da der Kadett D der erste frontgetriebene Opel ist, sorgen ein Tieferlegungs-Fahrwerk mit Gasdruckdämpfern für vernünftigen Bodenkontakt und innenbelüftete Scheibenbremsen vorne für eine angemessene Verzögerung.

Vom Erfolg der deutschen Klein- und Kompaktwagen angestachelt, buhlte Peugeot mit dem 205 um die Käuferschaft. Der Polo- und Fiat Uno Konkurrent verkaufte sich blendend, nämlich insgesamt 5.278.000 Mal und rettete den französischen Autobauer vor dem Ruin. Der quirlige Franzose schlug auch diesseits vom Rhein ein und erhielt bereits im Erscheinungsjahr das Goldene Lenkrad und wurde zum "Auto des Jahres" ernannt. Am Anfang gab es vier Motorvarianten zwischen 45 und 80 PS. Wer einen der begehrten GTIs mit 105 Pferden als Oldtimer fahren will, muss sich allerdings noch ein Jahr gedulden.

Das haben die Fans des Mercedes-Benz 190 bereits hinter sich. Vor 30 Jahren erschien der 190 D mit einem Zwei-Liter-Dieselmotor. Der 72-PS-Selbstzünder (interne Bezeichnung OM 601) ist vollständig gekapselt, daher nur halb so laut wie die damaligen Diesel-Triebwerke und erhält bald den Spitznamen "Flüsterdiesel". Dass die Untertürkheimer auch anders können, zeigt der Mercedes 190 E 2.3-16. Der Reihenvierzylinder hatte einen Vierventil-Zylinderkopf und stemmte 185 PS auf die Kurbelwelle. Um den Verkauf des strammen Schwaben anzuheizen, absolvierte Mercedes im Sommer 1983 mehrere Langstrecken-Weltrekorde auf dem Steilkurven-Rundkurs im italienischen Nardo auf: 50.000 Kilometer mit wurden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 250 km/h bewältigt. Das Kennzeichen für den rasanten Baby-Benz war damals der Bügelbrett-Spoiler auf dem Kofferraum. Doch bald hatte der Zubehör-Handel Hochkonjunktur und die Spoiler-Nachbauten schmückten einige 190er, die keine 185 PS unter der Haube hatten. Eine andere Reaktion kam aus München. Als Reaktion auf den Erfolg des Mercedes-Benz 190 legte BMW 1983 eine viertürige Version des Dreier BMWs (E30) nach.

Press-Inform pressinform

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker