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Editorial: Wirtschaft zum Anfassen

Liebe stern-Leser!

Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: die un gleiche Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: die gleichmäßige Verteilung des Elends", hat Winston Churchill einmal gesagt. Dagegen meint Kubas Staatspräsident Fidel Castro: "Die Rückkehr zum Kapitalismus ist das Schlimmste, was einer Gesellschaft zustoßen kann."

Die Meinungen gehen weit auseinander über das ökonomische System, das heute unseren Alltag bestimmt. Wer verstehen will, wie die Wirtschaft funktioniert, sollte wissen, wie sie entstand.

Die stern-Reporter Arne Daniels und Stefan Schmitz schreiben seit Jahren über die Abläufe der deutschen und der globalen Wirtschaft, über Exporterfolge und Arbeitslosigkeit bei uns, den Boom und die Ausbeutung in Asien. Die Fragen, denen sie dabei begegnen, sind immer dieselben: Sind wir den Gesetzen des Marktes wehrlos ausgeliefert? Kann und darf der Staat ins wirtschaftliche Geschehen eingreifen? Lässt sich ökonomische Effizienz mit sozialer Gerechtigkeit verbinden?

Diese Fragen sind nicht neu. Sie beschäftigen Politiker und Wissenschaftler, seit der Kapitalismus vor mehr als 200 Jahren seinen Siegeszug begann. Und die Antworten bekommt jeder an seinem Arbeitsplatz und in seinem Portemonnaie zu spüren.

Schmitz, studierter Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, und Daniels, studierter Historiker, beschreiben in einer sechsteiligen stern-Serie die Geschichte des Kapitalismus und die Konzepte der wichtigsten Ökonomen. Bildredakteur Andreas Eucker hat für die Serie seit Anfang des Jahres 25000 überwiegend historische Fotos gesichtet, im Archiv des stern wie bei Agenturen weltweit. Eucker hat Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Fotodesign studiert und ist in der stern-Bildredaktion für die Themenbereiche Politik und Wirtschaft zuständig. Layouter Andreas Fischer hat aus dem gesammelten Material einen fulminanten Auftakt der Serie mit 25 Seiten gestaltet. Der Diplom-Grafikdesigner ist spezialisiert auf Zeitgeschichte und historische Serien im stern.

Für viele Menschen ist Coca-Cola der Inbegriff von Globalisierung und Kapitalismus. Kein Wunder, dass der Schriftzug gern genommen wird als Vorlage für T-Shirt-Aufdrucke, Kunstwerke und Kollagen. Auch die stern-Titelgrafik konnte der markanten "Spencerian"-Schrift nicht widerstehen, die das 1886 erfundene Sodawasser mit Sirup zu der wohl bekanntesten Marke der Welt machte.

Nur in drei Ländern übrigens wird Coca-Cola offiziell nicht verkauft: in der Militärdiktatur Myanmar, im kommunistischen Nordkorea - und in Kuba, wo sich Castro vor dem Kapitalismus fürchtet.

Herzlichst Ihr

Thomas Osterkorn

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