Trump holt häufig erfolgreiche Sportteams ins Weiße Haus – und macht gerne noch ein wenig Politik nebenbei. Diesmal hatte er den amtierenden Fußball-Meister Inter Miami eingeladen. Das Team gehört dem Milliardär Jorge Mas Santos, ein Mann mit kubanischen Wurzeln, der auch der einflussreichen Cuban American National Foundation vorsteht. Was liegt da näher für Trump, als auch ein wenig über Kuba zu reden.
Was heißt reden, es war eigentlich eine ausgemachte Drohung gegen das Land: Er wolle sich mit Kuba befassen, sobald der Konflikt im Iran beendet sei. Danach so Trump an den Klubbesitzer und sein Team gewandt, sei es „nur eine Frage der Zeit, bis Sie und viele großartige Menschen“ nach Kuba zurückkehren könnten.
Es ist immer schwer, solche Ankündigungen von Trump gut einzuschätzen, aber nach seinen Interventionen gegen Venezuela und den Iran haben sie nun mehr Gewicht. Trump behauptete weiter, dass die Regierung in Havanna unbedingt eine Einigung erzielen wolle. Eine Stellungnahme Kubas liegt dazu bislang nicht vor. Bei dem Treffen war auch der Star des Meisterteams, Lionel Messi, zugegen. Ein Mann, in dessen Glanz sich Trump ganz offenbar gerne sonnt.
Kuba leidet schon lange unter Sanktionen der USA
Die USA haben nach dem von ihnen erzwungenen Machtwechsel in Venezuela die Öllieferungen des bisherigen Verbündeten an Kuba gestoppt und die Insel damit unter Druck gesetzt. Bereits vor einer Woche, kurz vor dem Angriff auf den Iran, hatte Trump vor Journalisten im Weißen Haus erklärt, dass er sich eine „freundliche Übernahme“ Kubas wünsche. „Sie haben kein Geld, sie haben momentan überhaupt nichts. Aber sie sprechen mit uns, und vielleicht werden wir eine freundliche Übernahme Kubas vornehmen.“
Schon lange haben die USA Sanktionen gegen den kommunistisch regierten Inselstaat verhängt, der nur 150 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida liegt. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, droht Trump mit zusätzlichen US-Zöllen auf ihre Exporte. Allerdings hatte das Finanzministerium vergangene Woche angekündigt, aus „humanitären Gründen“ die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba lockern zu wollen.
Kuba leidet unter ständigen Stromausfällen
Erst am Mittwoch ist in Kuba erneut großflächig die Stromversorgung zusammengebrochen. Zwei Drittel des Landes waren betroffen, auch die Hauptstadt Havanna war ohne Strom. Kuba erlebt die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die das Land jahrzehntelang wirtschaftlich unterstützt hatte.
Seit Ende 2025 gibt es immer wieder landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage andauern. Fast täglich haben die Menschen zudem mit kürzeren Blackouts zu kämpfen. Nach Angaben der Regierung in Havanna trägt das US-Embargo gegen den Inselstaat dazu bei, dass das marode Stromnetz nicht überholt werden kann. Ökonomen führen zudem unzureichende staatliche Investitionen in die Energieversorgung an.