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"Kinder sind etwas sehr Positives": Apotheker fordert Kondom-Käufer zum Kinderkriegen auf

Nicht jeder, der Sex hat, möchte auch Kinder bekommen. Einem Berliner Apotheker war das offenbar ein Dorn im Auge: Er versah Kondompackungen mit eindeutigen Zettelbotschaften. Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

Mit einem Zettel versehene Kondom-Packungen stehen in einer Berliner Apotheke

Lob von der Kirche, Kritik vom "Bündnis für sexuelle Mitbestimmung": Die Zettelbotschaft eines Berliner Apothekers stößt auf unterschiedliche Reaktionen

Mit eigenen Hinweiszetteln in Kondompackungen will ein Berliner Apotheker seine Kunden zum Nachdenken über Verhütung anregen. "Kinder sind etwas sehr Positives", sagte Andreas Kersten am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher werbe er seit Jahren für einen sorgsame Abwägung bei der Entscheidung für ein Verhütungsmittel. Auf den Zetteln heißt es etwa: "Setzen Sie sich ein für eine grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft, Kinder zu bekommen". Zuvor hatten die "Bild"-Zeitung und "B.Z." berichtet.

Diesen Hinweiszettel legte der Berliner Apotheker Andreas Kersten Kondompackungen bei

Diesen Hinweiszettel legte der Berliner Apotheker Andreas Kersten Kondompackungen bei


Kirche stellt sich hinter Apotheker

Seine Kirche steht hinter dem bekennenden Katholiken. Die Idee sei "originell", sagte der Sprecher des Berliner Erzbistums, Stefan Förner. Die Apotheke schreibe niemandem etwas vor, sie plädiere lediglich für eine "Lebensbereicherung durch Kinder". Das "Bündnis für sexuelle Mitbestimmung" kritisierte Kersten hingegen. Eine Sprecherin sagte den Zeitungen zufolge, der Apotheker vertrete "die Position christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner, die Frauen das Recht sexuelle Mitbestimmung absprechen".

mod / DPA

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