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Familienzusammenhalt Diese Mutter zeigt auf wunderschöne Weise die Verbundenheit mit ihrem Sohn

Carolina Giraldelli und ihr kleiner Sohn Enzo
Carolina Giraldelli und ihr kleiner Sohn Enzo
© Carolina Giraldelli
Der kleine Sohn von Carolina Giraldelli kam mit einem großen Muttermal im Gesicht auf die Welt und wird oft deswegen angestarrt. Die junge Mutter wollte einmal selbst erleben, wie sich das anfühlt – und griff zu einem Trick.

Die Brasilianerin Carolina Giraldelli ist Mutter eines kleinen Sohnes. Dessen Geburt war nicht einfach: Nachdem die Ärzte erkannt hatten, dass die Nabelschnur sich um den Hals des Ungeborenen gewickelt hatte, wurde der kleine Enzo per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Carolina war unendlich froh, dass der Kleine gesund und munter war – dass er mit einem großflächigen Muttermal mitten im Gesicht geboren wurde, störte sie nicht. Im Gegensatz zu den Ärzten, die "geschockt" gewesen seien.

Das große Muttermal sorgt dafür, dass das Kleinkind auf der Straße häufig irritiert angeschaut wird. "Ich muss gestehen, dass es mich verletzt, die Blicke der Menschen auf meinen Sohn zu spüren, voller Mitleid, Geringschätzung, Schrecken und manchmal sogar Ekel", sagt Mutter Carolina. Sie und ihr Mann wollen Enzo trotzdem nicht verstecken und lieben ihn genau so, wie er is.

Die Eltern lieben auch Enzos Muttermal

"Wenn jemand sich abgestoßen fühlt, Angst oder Neugier verspürt, dann versuchen wir zu erklären, dass das ein normaler Junge ist, der sehr geliebt wird", erklärt sie. Trotzdem macht sie sich Gedanken darüber, wie es Enzo in Zukunft gehen wird. Wenn er alt genug ist, die Reaktionen seiner Umwelt zu begreifen.

Deshalb griff Carolina Giraldelli zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Sie ließ sich von einer professionellen Make-up-Artistin das Muttermal ihres Sohnes exakt nachschminken – in ihr eigenes Gesicht.

Carolina Giraldelli und ihr kleiner Sohn Enzo
Carolina Giraldelli und ihr kleiner Sohn Enzo
© Carolina Giraldelli

"Ich liebe sein Muttermal so sehr, dass ich es zumindest für einen Moment auch einmal selbst tragen wollte", sagt sie. Als das geschminkte Muttermal fertig war, reagierte der kleine Enzo begeistert. Auch wenn er vermutlich nicht ganz begriff, warum seine Mutter plötzlich anders aussah. Am Morgen fotografierte der Vater Mutter und Kind in einer Session, die allen Spaß machte.

Der kleine Junge liebte das besondere Make-up

Aber es ging der jungen Mutter um noch mehr: Sie wollte erfahren, wie andere Menschen auf ihr Aussehen reagieren. Um später besser zu verstehen, wie ihr Sohn die Reaktionen seiner Umwelt erlebt. "Nach dem Fotografieren ging ich mit dem Make-up zur Arbeit", berichtet Carolina. "Viele Leute schauten mich mit ganz unterschiedlichen Blicken an. Aber ich blieb ganz ruhig, denn ich fühlte mich wie die stolzeste Mutter der Welt."

Sie sagt: "Ich behielt das Make-up an diesem Tag bis zum Schlafengehen, aber ich fühle mich, als ob es auch danach ein Teil von mir geblieben ist."

wt

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