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Kaiserschnitt-Foto bei Facebook Ein Bild, das die Gemüter erregt


Für das Bild einer Kaiserschnittwunde und eines Babys erntete eine britische Fotografin enormen Zuspruch, nachdem sie es bei Facebook gepostet hatte. Manche User jedoch fanden die Position des Babys anstößig.

Mit diesem Zuspruch hatte Helen Aller nicht gerechnet. Die Fotografin von der britischen Insel Guernsey hat vor einer Woche ein Bild auf ihrer Facebookseite Helen Carmina Photography hochgeladen, das ihr so viel Aufmerksamkeit verschaffte wie bislang kein anderes Foto: Mehr als 200.000 Likes und 60.000 Shares sprechen für sich. Während Aller, die sich auf Fotografien von Müttern und ihren Kindern spezialisiert hat, normalerweise niedliche Babyfotos im Stil von Anne Geddes macht, zeigt der virale Hit einen ganz neuen Ansatz - und erzählt von einem Drama rund um die Geburt. 

EDIT: I didn't expect this image to reach so far. I understand everyone has their own opinion which they are entitled...

Posted by Helen Carmina Photography on Tuesday, August 11, 2015

Die 29-Jährige hatte die frischgebackene Mutter schon während ihrer Schwangerschaft über sieben Monate regelmäßig fotografiert. Sie kannten sich bereits vorher, weil Guernsey so eine kleine Insel sei, wie die Fotografin sagt. Bei den Fototerminen kamen die beiden über diverse Babyangelegenheiten ins Gespräch, Aller ist selbst derzeit im achten Monat und erwartet nach Drew, 7, und Ocean, 6, ihr drittes Kind. Eines der Themen der Schwangeren war eine Entbindung per Kaiserschnitt. "Da war sie unerbittlich", erzählte die Fotografin laut "Daily Mail", "sie wollte keinen Kaiserschnitt. Wir waren in dem Punkt einer Meinung. Doch während der Geburt kam es dann zu Komplikationen, sodass ein Notkaiserschnitt unumgänglich wurde. Sie hatte bereits zu viel Blut verloren."

Die Mutter, die anonym bleiben möchte, wandte sich erneut an Aller, als das Baby auf der Welt war. Sie wollte Fotos ihres Neugeborenen und so verabredeten sie sich für ein Shooting. "Wir haben ein paar Bilder gemacht und dann wollte ich eins mit dem Baby und der Wunde. Es war noch keine Narbe, die OP war erst drei Tage her." Bei dieser Gelegenheit bemerkte die junge Mutter, dass genau dieses Motiv ein Beleg dafür sei, dass ihr schlimmster Albtraum, ein Kaiserschnitt, zwei Leben gerettet hätte. Ihres und das ihres Sohnes.

Debatte um Anstößigkeit

Während die Reaktionen der Leser größtenteils begeistert waren, gab es auch User, die das Bild bei Facebook meldeten, es sei sexuell explizit und die Position des Babys anstößig. "Ich habe manche Nachricht bekommen, die mir sonstwas unterstellte", so die entsetzte Fotografin. "Doch höher hätte ich das Kind nicht legen können, es wäre zu gefährlich für die Wunde gewesen."

Facebook entschied, dass das Bild bleiben darf.

"Normalerweise betrachten die Fotografien, die ich poste, nur rund 100 Leute", so Aller. Dieses Bild sahen rund zwölf Millionen.

bal

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