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Mit Kindern aufs Festival: So geht's mit dem Nachwuchs sorglos zu Konzerten

Ohrenschützer reichen nicht: Diese Dinge sollten Eltern unbedingt beachten, wenn sie mit ihren Kindern auf ein Festival wollen.

Kinder brauchen bei Festivals und Konzerten zwingend einen Gehörschutz. Aber damit ist es nicht getan.

Kinder brauchen bei Festivals und Konzerten zwingend einen Gehörschutz. Aber damit ist es nicht getan.

Hurricane, Melt, Fusion - kaum wird es warm, geht in Deutschland die Festival-Saison los. Und die betrifft mitnichten nur feierwütige Studenten. Auch Menschen mit Kindern wollen teilhaben am sommerlichen Festival-Gefühl. Allein - was macht man mit dem Nachwuchs?

Grundsätzlich gilt: Musikalische Früherziehung im Rahmen lockerer Open-Air-Kultur ist kein schlechter pädagogischer Ansatz. Es gibt allerdings tatsächlich Dinge, die Eltern unbedingt beachten sollten, wenn sie mit ihren Kindern auf ein Festival wollen.

1. Ein geeignetes Festival aussuchen.

Selbst hartgesottene Festival-Eltern werden ihren Nachwuchs nicht freiwillig mit nach Wacken, zur Fusion oder zum Hurricane mitschleppen. Und zwar aus guten Gründen. Unwegsames, zum Teil matschiges Gelände, brüllende Lautstärke, Müll und Unrat, Drogen und Alkohol - was als Nicht-Elternteil den Hauptspaß eines Festivals ausgemacht hat, kann Kindern Schaden zufügen. Das sehen auch die Wacken-Veranstalter laut Website so: "Wir appellieren an eure Vernunft, eure Kinder nicht mit zum Festival zu nehmen. Klar ist es schöner, Wacken als Familie genießen zu können, doch ist dies für Kinder nicht die beste Erfahrung, die sie machen." Besser sind ruhigere Festivals wie der Baltic Soul Weekender (leider schon vorbei), Tagesveranstaltungen wie der Karneval der Kulturen in Berlin oder das Hamburger Reeperbahnfestival, das sogar eigene Programmpunkte für Kinder bietet.

2. Das Alter des Kindes berücksichtigen.

Die meisten Veranstalter sind sich einig: Kinder unter 6 oder 8 Jahren haben auf einem Festivalgelände absolut nichts verloren. So steht auf der Website des Splash: "Erspart bitte Säuglingen und Kleinkindern (...) die Strapazen eines Festivals." Auch die Dockville-Organisatoren sehen es ähnlich: "Wir sind der Meinung, dass kleine Kinder nicht auf das MS Dockville gehören. Da ist es nämlich häufig laut und voll, und das ist beides nicht schön für kleine Kinder. Wir raten daher davon ab, Kinder unter 8 Jahren mitzunehmen."

3. Nie ohne Gehörschutz.

Kapselgehörschutz, die so genannten "Mickey Mouse Ohren" gibt es in vielen verschiedenen Farben, größenverstellbar und mit weichen Polstern. Außerdem gibt es auch extrakleine und weiche Ohrstecker, mit und ohne Belüftung. Sie gehören zwingend in die Festival-Grundausstattung. Denn was Eltern nie vergessen dürfen: Einmal eingetretene Gehörschäden sind nicht mehr heilbar.

4. Auf keinen Fall nah an die Boxen.

Das gilt auch mit Gehörschutz. Denn das kindliche Ohr ist empfindlicher als das erwachsene. "Besonders direkt vor den PA-Türmen ist die Lautstärke hoch und auf längere Zeit eventuell schädlich", heißt es auf der Website des Hurricane. Die erlaubte Lautstärke ist hierzulande nach DIN 15905-5 geregelt, das heißt das Publikum darf in Deutschland durchschnittlichen Pegeln bis 100 Dezibel ausgesetzt sein. Doch der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte warnt, dass bereits ab 85 Dezibel die Sinneszellen im Ohr geschädigt werden. Und in der Mitte ist der Sound sowieso besser.

5. Auf festes Schuhwerk achten.

Festival ist Festival und nur wenige Besucher nehmen Rücksicht auf Kinder - auch nicht auf eher gemäßigten Veranstaltungen. Scherben von herumliegenden Flaschen oder Dosen können die Kleinen verletzen.

6. Sonnencreme und Kopfbedeckung nicht vergessen.

Wenn das Festival überwiegend draußen stattfindet, dann ist Sonnenschutz oberstes Gebot. Gerade im Juni kann die Sonneneinstrahlung sehr stark sein und Kinderhaut verbrennen.

7. Extra-Klopapier und Sagrotan einpacken.

Festival-Toiletten sind eine ganz eigene Ekelkategorie, im günstigsten Fall ist nur das Klopapier leer. Darum lohnt es sich, immer eine eigene Rolle und ein Desinfektionsspray für den Fall der Fälle dabei zu haben.

Fazit: Im Grunde gelten ähnliche Regeln wie für Erwachsene, nur strenger. Dann sollte dem familiären Festivalspaß nichts mehr im Wege stehen.

jbw
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