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Erziehung Wechsel- oder Residenzmodell? Studie zeigt, wie Trennungskinder am glücklichsten sind

Kind läuft dem Vater in die Arme und die Mutter beobachtet das aus dem Auto heraus
Die Beziehung zu den Eltern sollte im Vordergrund stehen, wenn es um das Wohlbefinden von Trennungskindern geht
© PeopleImages / Getty Images
Trennen sich Eltern, bleibt die große Frage: Wie regelt man die Kinderbetreuung? Residenz- oder doch lieber Wechselmodell? Wissenschaftler:innen haben sich jetzt damit befasst, wie Kinder am zufriedensten leben.

Dieser Text erschien zuerst an dieser Stelle bei brigitte.de.

Wenn Mutter und Vater getrennte Wege gehen, ist das nie ganz einfach für Kinder. Dann heißt es: Was können wir tun, damit die Kleinen so wenig wie möglich darunter leiden?

Sollen wir uns im Wechselmodell 50:50 um den Nachwuchs kümmern oder doch das traditionelle Residenzmodell wählen, das heißt die Kinder leben bei einem Elternteil und das andere hat ein Umgangsrecht.

Wechselmodell besser als gedacht

Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen haben sich jetzt der Frage gewidmet, welche Betreuungsart für Trennungskinder am besten ist. Für die Studie "Familienmodelle in Deutschland" (FAMOD) wurden 1.233 Familien befragt, die nach einer Trennung ein Residenz- oder ein Wechselmodell praktizieren.

Die wichtigste Erkenntnis: Obwohl das Wechselmodell, bei dem Kinder zur Hälfte beim einen und zur Hälfte beim anderen Elternteil leben, nur von fünf Prozent der Eltern gelebt wird, ist es mindestens genauso gut oder sogar noch besser für Kinder als das Residenzmodell. Besonders profitieren davon laut Studie Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren.

Es spielt dabei aber eine Rolle, wie das Wechselmodell praktiziert wird. Das sogenannte asymmetrische Modell, bei dem die Kinder mindestens 30 Prozent bei beiden Elternteilen sind, kam in der Studie besser weg als das symmetrische, bei dem die Kinder genau dieselbe Zeit bei den Elternteilen verbringen.

Beziehung zu den Eltern entscheidend

Die Wissenschaftler fanden heraus: Wie positiv sich das Wechselmodell auf das Wohlbefinden des Nachwuchses auswirkt, hängt von der Beziehung zu den Eltern ab. Ist diese gut, nehmen die positiven Effekte zu, ist diese schlecht oder die Beziehung zwischen den Eltern von Konflikten geprägt, dann bringt das Wechselmodell stärkere negative Folgen mit sich als das Residenzmodell.

Das Fazit der Forscher

"Unser Befund ist klar: Das Wechselmodell funktioniert mindestens genauso gut wie das bisher vorherrschende Residenzmodell", stellt Prof. Anja Steinbach fest. "Es ist aber kein Patentrezept, das sich in jeder Trennungssituation als erste Wahl aufdrängt. Viel hängt vom Verhältnis der Eltern ab, insbesondere inwieweit es ihnen gelingt, ihre Konflikte von den Kindern fernzuhalten und sich einvernehmlich über die Betreuung zu verständigen."

Die Studie sei als Bestätigung dafür zu sehen, dass die Gerichte derzeit die richtige Herangehensweise bei Sorgerechtsstreitigkeiten an den Tag legen. "Können sich die Eltern nicht einigen, hat der Richter das Wechselmodell als eine ernsthaft in Betracht kommende Option in Erwägung zu ziehen. Eine vorzugsweise heranzuziehende Lösung ist das Wechselmodell jedoch nicht", sagt Prof. Tobias Helms.

as

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