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Nach dem bewegenden Freitod: Wie ihre Familie der krebskranken Brittany Kraft gab

Das Einzige, was Brittany Maynard trotz ihrer großen Schmerzen durch einen Hirntumor das Leben noch lebenswert machte, war ihre Familie. Eine besonders innige Beziehung hatte sie zu ihrer Mutter.

Das Familienbild von Brittany Maynards letzter Reise: Einmal wollte die junge Frau gerne den Grand Canyon sehen, bevor sie sterben würde. Stiefvater Gary Holmes (l.), Mama Debbie Ziegler (2.v.l. und Ehemann Dan Diaz (r.) begleiteten sie, das Foto entstand am 21. Oktober.

Das Familienbild von Brittany Maynards letzter Reise: Einmal wollte die junge Frau gerne den Grand Canyon sehen, bevor sie sterben würde. Stiefvater Gary Holmes (l.), Mama Debbie Ziegler (2.v.l. und Ehemann Dan Diaz (r.) begleiteten sie, das Foto entstand am 21. Oktober.

Auch wenn sich Brittany Maynard bewusst in den letzten Monaten ihres Lebens immer wieder für die Sterbehilfe einsetzte, gab es etwas, dass ihr das Allerwichtigste in ihrem Leben war: ihre Familie. Die Unterstützung ihrer Mutter Debbie Ziegler, 56, des Stiefvaters Gary Holmes und ihres Mannes Dan Diaz waren die größte Kraftquelle für die todkranke junge Frau. Sie betonte es in jedem Video, das sie aufnahm. Vor allem über ihre Mutter sprach Brittany Maynard viel.

Debbie Ziegler hat ihre Tochter allein großgezogen. Die ehemalige Lehrerin lebte mit ihrem Kind in Kalifornien und erzählte dem US-Magazin "People", sie habe stets alles versucht, damit Brittany nicht Vater und Geschwister entbehre: Sie ging mit ihr wandern, angeln und campen. Reiste mit ihr, wenn sie sich das finanziell erlauben konnte, und unterstützte ihre ehrgeizige und unternehmungslustige Tochter später bei ihren eigenen Reisen. Brittany war bewusst, dass sie die wichtigste Person im Leben ihrer Mutter war, weshalb sie in ihrem zweiten Video ihre größte Sorge äußerte: Sie hoffe, ihre Mutter würde nicht zusammenbrechen oder depressiv werden nach ihrem Freitod und sich von dem Verlust erholen.

Brittanys Erbe

Einen Wunsch hatte Brittany trotzdem noch. Debbie Ziegler will ihn erfüllen: Als ihre Tochter sie fragte, ob sie an ihrem Herzensprojekt, den Kampf für die aktive Sterbehilfe in jedem US-Bundesstaat, nach ihrem Tod weiterarbeiten werde, sagte sie zu. "Ich will mich dafür einsetzen", erzählte sie dem "People"-Magazin im Oktober. "Ich bewundere unheilbar kranke Menschen so sehr dafür, wie sie kämpfen und kämpfen. Mit so viel Würde und Mut."

Auch ihren Ehemann Dan Diaz bat Brittany, sich weiterhin für ihr Ziel einzusetzen. Daneben aber wünschte sie sich, dass er über den Verlust hinwegkommt und einmal Vater wird. "Ich möchte auf keinen Fall, dass er den Rest seines Lebens damit verbringt, seine Frau zu vermissen."

Und über Gary Holmes sagte Brittany Maynard: "Er ist der beste Stiefvater der Welt."

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

bal
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