HOME

Zwischen Kindern und Eltern: Wie viel Nacktheit ist noch erlaubt?

Ein kleines Mädchen, das mit seinem Vater badet. Eigentlich ganz normal – oder? Nacktheit wird immer öfter zum Reizthema. Das liegt auch daran, dass wir nicht mehr zwischen Nacktheit und Sexualität unterscheiden können, sagt die Psychologin Elisabeth Nicolai.

Gerade Babys brauchen das Gefühl der Nähe, das durch die Berührung von nackter Haut entsteht. Doch wenn die Kinder größer werden, verliert die Nacktheit in den Augen vieler ihre Unschuld.

Gerade Babys brauchen das Gefühl der Nähe, das durch die Berührung von nackter Haut entsteht. Doch wenn die Kinder größer werden, verliert die Nacktheit in den Augen vieler ihre Unschuld.

Ein Vater, der zusammen mit seiner zweijährigen Tochter in der Badewanne sitzt. Er ist dabei – für die meisten Menschen wenig überraschend – nackt. Genauso wie das kleine Mädchen. So normal und alltäglich diese Szene eigentlich ist und schon immer war, so seltsam kommen einem die Reaktionen darauf vor. Der dänische Komiker Torben Chris postete ein Foto von sich und seiner Tochter in der Badewanne auf seiner Facebook-Seite. Den Shitstorm, den er danach über sich ergehen lassen musste, hatte er erwartet. Es ist sein erklärtes Ziel, seine Landsleute mit ihrer Verklemmtheit zu konfrontieren. Doch die Aufregung über das eigentlich harmlose Bild kam nicht nur aus Dänemark, sondern von Menschen auf der ganzen Welt.

"Nacktheit als solche ist ja eigentlich nichts Verkehrtes. Kinder brauchen den direkten Hautkontakt mit ihren Eltern, das vermittelt Nähe. Nach der Geburt ist es in allen Kulturen üblich, dass Babys auf die nackte Haut gelegt werden", sagt die Diplom-Psychologin Elisabeth Nicolai. Die Reaktionen auf das Facebook-Bild von Torben Chris überraschen sie  nicht. Sie sieht, was nackte Körper angeht, eine große Unsicherheit in der Bevölkerung. "Kriegen wir die Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität überhaupt noch hin? Oder halten wir Nacktheit immer sofort für Sexualität?", fragt die Professorin für Familienberatung.

Nacktheit als Gefahr

In den USA tragen schon seit Jahren auch die Allerkleinsten am Strand einen Badeanzug. Auch in Deutschland ist die Angst vieler Eltern vor Übergriffen oder heimlich von ihren Kindern geschossenen Fotos groß. "Es geht nicht mehr nur um die familiäre Entscheidung, wie viel Nacktheit zugelassen wird, sondern um etwas, das ungefiltert in den öffentlichen Raum gelangt. Es können jederzeit Handybilder gemacht und veröffentlicht werden. Dadurch entsteht natürlich eine große Verunsicherung", erläutert Nicolai. Genauso wie durch die allgegenwärtigen Nachrichten über Kindesmissbrauch und Kinderpornografie. Es sei verständlich, dass Eltern versuchen, ihre Kinder vor möglichst vielen dieser Gefahren zu schützen. Doch dadurch entstehe auch eine Art Rückwärtsbewegung in der Gesellschaft, sagt Nicolai. "Nacktheit wird zur Gefährdung. Zu etwas, vor dem man Angst hat."


"Kinder müssen ihre Grenzen schützen"

Der Komiker Torben Chris hat erklärt, dass ihm die Idee zu seinem umstrittenen Post während einer seiner Auftritte kam. Nachdem er auf die Bühne über die Probleme der Dänen mit nackter Haut gesprochen hatte, kamen Väter zu ihm und erzählten ihm davon, dass sie als pädophil beschimpft worden seien, nur weil sie gemeinsam mit ihrer Tochter gebadet hatten. Laut der "Bild am Sonntag", die den Komiker in Dänemark besuchte, erzählte ihm ein anderer Mann, dass seine Frau ihm verboten habe, sich nackt vor den Kindern zu zeigen. 

"Wie viele aufgeklärte Männer haben in den letzten 40 Jahren mit ihren Kindern gebadet, ohne dass es je Aufregung verursacht hat?", fragt Nicolai. Sie findet nicht nur die Einschätzung der Szene zweifelhaft, sondern auch die Veröffentlichung eines solchen Bildes. Der Vater gefährde dadurch die Sicherheit des Kindes und ignoriere dessen Persönlichkeitsrechte.

"Ich ermutige Eltern dazu, ihren Kindern ein gesundes Nein beizubringen. Die Kinder sollen lernen Grenzen zu setzen, wenn ihnen etwas unangenehm ist. Denn das können Kinder sehr gut, sie merken sofort, wenn ihnen jemand zu nahe kommt", ist sich die Psychologin sicher. Die Kinder müssten lernen, dass es richtig ist, sich gegen Übergriffe jeder Art zu wehren. "Auch den Eltern gegenüber, es geht ja gar nicht immer um sexuelle Übergriffe", erläutert Nicolai. "Wenn ein Kind mal nicht in den Arm genommen werden möchte, muss auch das in Ordnung sein." 

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.