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Gartenarbeit Unkraut im Rasen: Wie Sie Löwenzahn und Co. in den Schatten stellen

Gartenarbeit: abgestochener Löwenzahn auf einer Wiese
Wer Wert auf einen gepflegten Rasen legt, kann Unkraut nicht gebrauchen. Doch wie bekommt man die lästigen Wucherer in den Griff?  
© Frank May / Picture Alliance
Unkraut im Rasen ist vor allem lästig. Einmal verwurzelt lassen sich Löwenzahn, Giersch und Konsorten nur schwer verjagen. Mit kleinen Helfern, etwas Geduld und ein paar Kniffen kommt man den Rasenunkräutern aber früher oder später bei.

Es ist zum Verzweifeln. Kaum ist der lästige Löwenzahn abgestochen und der Weiße Gänsefuß samt Wurzel aus dem Boden gezogen, melden sich die unerwünschten Gäste ein paar Meter weiter zurück. Unkräuter sind der natürliche Feind des Gärtners. Vor allem Freunden des gepflegten Zierrasens treiben Wegerich, Braunelle, Klee und Co. regelmäßig Sorgenfalten auf die Stirn. Sie sind zäh, robust und anspruchslos. Und genau das ist das Problem. Haben sie einmal die Wiese erobert, bekommt man die Störenfriede nur mit großem Einsatz und viel Geduld in den Griff. 

Sieben Strategien, mit denen Sie dem Wildwuchs auf dem Rasen erfolgreich den Kampf ansagen.

1. Hand und Harke

Der erste und klassische Weg, sich unerwünschte Wildkräuter vom Rasen zu halten. Allerdings auch der mühsamste. Effektiv ist das Jäten und absammeln von Unkraut vor allem im frühen Stadium des Befalls. Beispielsweise in den ersten Wochen nach dem Rasen säen. Vor allem einjährige Rasenunkräuter wie Vogelmiere oder Weißklee kann man so schon früh ausbremsen. Bei mehrjährigen Pflanzen leistet ein Unkrautstecher wertvolle Dienste. Deutlich leichter geht das Ganze nach einem Regenschauer von der Hand, der den Boden aufweicht. Bei Löwenzahn, Braunelle, Hasenfuß und vielen anderen Mehrjährigen muss penibel darauf geachtet werden, die Wurzel und alle Ausläufer zu erwischen. Um das Übel auch wirklich an der Wurzelbasis packen zu können, sollte der Unkrautstecher möglichst tief in die Erde greifen. Dann ein wenig rütteln und raus mit dem Kraut. Mit hochwertigen Unkrautstechern lässt sich der Boden zunächst etwas auflockern. So erwischt man selbst die kleinsten Wurzelstücke.

Bei großflächigem Befall kämpfen Sie mit Hand und Harke sprichwörtlich gegen Windmühlen. Hier müssen härtere Geschütze ran, wenn Sie den Kampf gegen das Unkraut dauerhaft gewinnen wollen.

2. Vertikutierer

Etwas brachialer, im Kampf gegen Unkraut aber ähnlich effektiv, ist ein Vertikutierer. Der "Rasenkamm" mit den messerscharfen Klingen ist längst mehr als eine Geheimwaffe in den deutschen Schrebergärten. Das Prinzip: Die dicht aneinandergereihten kleinen Messer ritzen die Grasnarbe etwa zwei bis drei Millimeter tief ein und kämmen dabei vor allem Moos, aber auch andere Unkräuter aus. Beim Absammeln und Entsorgen ist dann allerdings wieder Handarbeit angesagt. Wichtig: Bevor Sie manuell oder elektrisch den Rasen vertikutieren, sollten Sie Ihren Rasen mähen – und zwar auf eine Schnitthöhe von ca. zwei Zentimeter.

Tipp: Vertikutieren Sie für ein besseres Ergebnis in Längs- und Querrichtung – möglichst einmal im Jahr.

3. Rasen mähen, aber richtig

Richtig eingesetzt, ist auch der Rasenmäher im Kampf gegen Unkraut eine effektive Waffe. Löwenzahn und Co. finden es nämlich gar nicht lustig, wenn man ihnen jede Woche einmal den "Kopf" rasiert. Im Gegensatz zu den Grashalmen ermüden Unkräuter auf die Dauer und stellen das Wachstum irgendwann ganz ein. Stellt man sie noch dazu in den Schatten, verschwinden sie noch schneller. Rasenunkräuter sind in der Regel Lichtkeimer. Bei einer permanenten Schnitthöhe von vier Zentimetern nehmen Gräser den Unkrautsamen das Licht und unterbinden die Keimung.

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4. Kochendes Wasser

Kommen wir zu einem probaten und vor allem ökologisch komplett unbedenklichen Hausmittel, das den unliebsamen Rasenunkräutern an den Kragen geht. Man nehme einen Topf oder Wasserkocher mit mindestens 95 Grad heißem Wasser und kippe es großzügig auf das Unkraut. Damit zerstört man zunächst die sensible Zellstruktur der Blätter, die nun keine Photosynthese mehr betreiben können. Das immer noch heiße Sickerwasser greift dann auch die Wurzel an. Letztlich vertrocknet die Pflanze, weil sie weder Nährstoffe noch Flüssigkeit aufnehmen kann. Nach einigen Tagen können die abgestorbenen Pflanzenreste spielend leicht mit Hand und Harke entfernt werden. Bei einigen Unkräutern muss die heiße Dusche mehrfach angewandt werden.

Gartenarbeit: Unkraut im Rasen: Wie Sie Löwenzahn und Co. in den Schatten stellen

7. Mit Plastikfolie das Licht ausknipsen

Auch eine simple schwarze Plastikfolie kann nervigen Unkräutern das Wasser abgraben. Oder besser: Das Licht zum Atmen nehmen. Dabei macht man sich noch nicht einmal Hände schmutzig. Allerdings sollte man dafür etwas mehr Zeit einplanen. Zudem ist diese Strategie nur auf kleineren Rasenstücken sinnvoll. Die Idee dahinter ist simpel: Die Plane wird auf der Rasenfläche ausgebreitet und fixiert. Weil das Unkraut nun keine "Nahrung" mehr bekommt, geht es nach zwei bis drei Monaten ein. Natürlich leidet auch das Gras. Bei entsprechender Pflege mit Dünger oder einer zügigen Nachsaat erholt sich das Grün aber meist zügig.

Hände weg von Essig und Salz

Ein viele Jahre als wirksames Mittel gegen Unkraut gepriesenes Duo sollten Sie sich dagegen schnell aus dem Kopf schlagen. Essig und Salz gelten mittlerweile nicht nur als verpönt, sie als Unkrautvernichter einzusetzen ist sogar offiziell verboten. Seit 2012 untersagt das Pflanzenschutzgesetz das Sprühen mit dem durchaus wirksamen Cocktail. Aus gutem Grund: Denn Essig und Salz vernichten nicht nur das Unkraut, sondern auch sämtliches andere Leben im Boden. Wer trotzdem dabei erwischt wird, muss tief in den Geldbeutel greifen.

Warum Unkraut zu Unrecht einen schlechten Ruf hat

Mit der Bezeichnung Unkräuter tut man den oft hübsch anzusehenden Pflanzen eigentlich Unrecht. Denn viele bringen nicht nur bunte Farbtupfer in den Garten. Die meisten sind essbar und bereichern – wie zum Beispiel Löwenzahn – unter anderem Salate. Aus Brennnesselblättern lässt sich ein erfrischender Tee brühen. Giersch und andere Wildkräuter sind reich an Vitaminen und lassen sich leicht zu einem Pesto verarbeiten. Auch in Kombination mit Kartoffeln sorgen viele Kräuter für einen ganz speziellen Kick. Und wer den Kräutern in der Küche nicht traut, kann zumindest den heimischen Bienen und Insekten etwas Gutes tun – und eine Wildkräuter- oder Wildblumenwiese anlegen.

Quellen:"gartenjournal.net"; "rasen-experte.de"; "Garten und Freizeit"; "utopia.de"

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