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Vorsorge für die Scheidung: Wann der Ehevertrag unverzichtbar ist

Auch wenn es unromantisch ist, sollte man sich noch vor einer Heirat Gedanken über den Fall einer späteren Scheidung machen - und entsprechend vorsorgen. Ein Ehevertrag ist immer eine gute Sache. In welchen Fällen man ihn unbedingt schließen sollte.

Ein Ehevertrag schafft in vielen Fällen Sicherheit

Ein Ehevertrag schafft in vielen Fällen Sicherheit

Wer heiratet, denkt natürlich nicht an einen schlechten Ausgang der Ehe. So mögen sich die meisten auch nicht mit dem Fall einer möglichen Trennung beschäftigen. Das ist zwar verständlich - aber unvernünftig. Denn Fakt ist: In Deutschland wir fast jede zweite Ehe geschieden. So ist die Wahrscheinlichkeit also ziemlich hoch, dass sich ein Ehevertrag später einmal bezahlt macht. In drei Fallbeispielen erläutern wir, wann sich ein solcher Vertrag lohnen kann.

1. Fall: Ehegatten mit Kindern

Stellt ein Ehegatte aufgrund der notwendigen Betreuung eines Kindes seine Arbeitstätigkeit ganz oder teilweise ein, so hat er im Falle einer Scheidung grundsätzlich Anspruch auf Ehegattenunterhalt gegenüber dem anderen nicht betreuenden Ehegatten, den sogenannten Betreuungsunterhalt. Regelungen zum Betreuungsunterhalt unter dem gesetzlich vorgesehenen Mindestmaß sind nicht rechtmäßig. Ein Ehevertrag muss also immer mindestens die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass er bei einer Anfechtung durch einen Ehegatten für unwirksam erklärt wird.

Laut Gesetz muss der betreuende Ehegatte bis zum dritten Lebensjahr des jüngsten Kindes nicht arbeiten. Danach ist die Frage des Betreuungsunterhaltes eine Billigkeitsentscheidung des Richters. Die Frage, ob der betreuende Ehegatte arbeiten gehen muss, wird danach geklärt, wie alt das Kind ist und welche Betreuungsmöglichkeiten vor Ort gegeben sind, wobei die Abwägung allein durch den Richter erfolgt. Verlässliche Eckdaten gibt es bis heute nicht.

Genauso schwierig sind für den betreuenden Elternteil aber auch folgende Konstellationen: Die Kinder sind fast erwachsen. Die betreuende Mutter ist nunmehr Anfang 50 und hat mit der Geburt des jüngsten Kindes ihre Arbeitstätigkeit eingestellt. Somit wäre sie seit gut 20 Jahren nicht mehr berufstätig gewesen. Egal ob gut ausgebildet oder nicht: Nach so langer Erwerbslosigkeit ist der Einstieg in den Berufsmarkt steinig und schwer. Das neue Unterhaltsrecht greift in solch einem Fall allerdings nicht. Nach einer Scheidung, wenn auch nach einer längeren Übergangszeit, werden Unterhaltsansprüche meist gänzlich versagt.

Ehegatten sollten also zuerst einmal überlegen, ab welchem Alter und in welchem Umfang ihre Kinder noch betreut werden müssen. Ältere Ehen bei einem längeren Berufsausstieg sollten eventuell auch regeln, dass Unterhaltsansprüche nicht ab einem gewissen Zeitpunkt entfallen können.

2. Fall: Ehegatten mit Betriebsvermögen

Führt einer der Ehegatten erfolgreich einen Betrieb und steigert in den Jahren der Ehe das Betriebsvermögen, kann es durchaus dazu kommen, dass diese Wertsteigerung bei einem Zugewinnausgleich auszugleichen ist. Es werden also der Wert des Betriebes zu Beginn der Ehe und der Wert des Betriebs bei Ende der Ehe bewertet.

Allerdings ergibt sich der Betriebswert nicht nur aus der Höhe des Bankkontos. Auch Sachwerte und ein großer Kundenstamm fallen mit in die Bewertung. Muss nun der den Betrieb führende Ehegatte einen Zugewinnausgleich bezahlen, kann das dazu führen, dass die Liquidität des Betriebes stark minimiert wird. Deswegen finden sich oftmals in Gesellschaftsverträgen Klauseln, nach denen sich die Gesellschafter verpflichten, einen Ehevertrag zu schließen, der die Firma vor einer teuren Scheidung schützt.

3. Fall: Familienvermögen

Auch bei Schenkungen und Erbschaften innerhalb der Familie an einen der beiden Ehegatten sollten die Beschenkten über den Abschluss eines Ehevertrages nachdenken. Oft ist es auch die Bedingung der schenkenden Eltern an ihr Kind, das Familienvermögen vor einer Trennung und Scheidung durch einen Ehevertrag zu schützen. Wird das geschenkte Geld sonst beispielsweise in eine Immobilie investiert, die nach langjähriger Ehe an Wert gewonnen hat, kann oft nur durch den Verkauf der sehr hohe Ausgleichswert gezahlt werden.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.