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Rudi Meisel: Landsleute in Ost und West: Das doppelte Deutschland

Der Osten, der Westen und zwischendrin der Mensch. Der Fotograf Rudi Meisel hat den Alltag der kleinen Leute auf beiden Seiten der Mauer dokumentiert. "Landsleute" eben. Zeitdokumente aus der Zeit nach dem Wirtschaftswunder.

Deutschland Ende der 1970er-Jahre. Der Krieg ist vergessen, das Wirtschaftswunder läuft, und die Mauer steht. Endgültig. Kapitalismus und Sozialismus prägen den Alltag der Deutschen bis ins persönliche Detail und verändern die Menschen.

Der westdeutsche Fotograf Rudi Meisel ist damals immer wieder in die DDR gereist, was eine Besonderheit war. Seine Straßenfotografie kam ohne Politik und Ideologie aus. Trotzdem wurde er meist von einem Aufpasser des Internationalen Pressezentrums begleitet. Elf Jahre lang hat er die Menschen auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze fotografiert - ihren Alltag, ihre Lebensweisen. Entstanden ist ein historisches Dokument, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Nun, wohl auch zum Anlass des 25. Jubiläums der Wiedervereinigung, hat der Fotograf sein Schwarzweiß-Archiv gesichtet und eine Auswahl getroffen aus den Bildern, die für ihn Deutschland zeigen. Denn lange Zeit sei ihm nicht aufgefallen, dass die Fotos zusammengehören: "Mir ist erst aus der Distanz die Ähnlichkeit klar geworden. Es gab den gleichen Mief im Westen wie im Osten. Nur dass der West-Mief ein paar Chromstreifen hatte, herausgeputzt war", so Meisel.

Das C/O in Berlin zeigt die "Zusammenführung" noch bis zum 1. November. 80 zum Teil bisher unausgestellte Fotografien aus dem Gesamtwerk des Fotografen erzählen vom doppelten Deutschland.

Das Buch zur Ausstellung ist im Kehrer-Verlag erschienen.

sal