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Krummer Rücken: Wie aus dem Makel einer jungen Frau eine Stärke wurde

Stephanie Jarstad fühlte sich jahrelang fremd im eigenen Körper. Sie litt an Skoliose, ihre Wirbelsäule war stark verkrümmt. Erst eine Operation half ihr dabei, sich und ihren Körper zu akzeptieren.

Stephanie Jarstad

"Ich fühle mich wohl in meiner Haut. Ich verrenne mich nicht in Oberflächlichkeiten." Im Alter von 13 Jahren bekam Stephanie Jarstad die Diagnose Skoliose – die Wirbelsäule der jungen Frau aus Seattle war um 60 Grad gekrümmt. Nach einer Operation lernte Stephanie, ihren Körper zu akzeptieren. Und zu lieben.

Eine Skoliose trifft etwa zwei von 100 Menschen. Bei ihnen wächst die Wirbelsäule im Kindesalter nicht gerade wie üblich, sondern sie krümmt sich zur Seite. Mal fällt die Biegung gering aus, und Betroffene bekommen von ihrem kleinen Makel kaum etwas mit. Ein anderes Mal neigt sich das Rückgrat um etliche Grad zur Seite und kann starke Symptome hervorrufen: Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit, Bewegungseinschränkungen.

Die junge US-Amerikanerin Stefanie Jastard aus Seattle war so ein Fall. Die Diagnose Skoliose bekam sie im Alter von 13 Jahren. Fortan musste die Teenagerin ein Korsett tragen, das ihre Wirbel stützte und verhindern sollte, dass sie sich noch mehr krümmen. Eine große Hürde für das junge Mädchen: "Ich fühlte mich emotional und körperlich starr. Ich versteckte mein Korsett. Es war jedes Mal ein Kampf, wenn ich es anlegen sollte. Meine arme Mutter."

Ihre Mitschüler zogen sie wegen ihres Stützapparats auf, klopften auf das Korsett, lachten und rannten dann weg. Stefanie fühlte sich unverstanden, nicht dazugehörig.

Sie entschied sich schließlich für eine Operation – auch weil sie aufgrund der krummen Wirbel mit körperlichen Symptomen zu kämpfen hatte. Am 6. Juni 2011 bohrten Ärzte 20 Titan-Schrauben in ihren Rücken, befestigten sie an Eisenstangen und zurrten so ihr Rückgrat gerade. Es war eine schmerzhafte Prozedur. Der Eingriff war mit etlichen Risiken verbunden. Stefanie musste in den Wochen nach der OP Unmengen an Schmerzmitteln schlucken und mühsam lernen, wieder aufrecht zu gehen.

Doch Jastard, die heute als Fotografin arbeitet, erholte sich rasch und fing wieder an Sport zu machen. Aus ihrem krummen, schwachen Rücken war ein Rücken aus Titan geworden – und aus ihrem einstigen Makel eine Stärke. Fünf Jahre nach dem Eingriff fand sie deshalb auch den Mut, ihre Geschichte auf ihrem Blog öffentlich zu machen.

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