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Fotoprojekt "Lovers": So sieht 2015 Liebe aus

Wie betten sich junge Menschen? Wird heutzutage noch gelöffelt? Schlafen homosexuelle Liebespaare anders ein als heterosexuelle? Diese Fragen stellt sich eine Absolventin des Londoner Modecolleges und richtet die Kamera in deren Betten.

In ihrem Fotoprojekt "Lovers" wirft die Fotografin Wanda Martin einen Blick in die Schlafzimmer der heutigen Jugend und findet dort schwule, lesbische und heterosexuelle Paare

In ihrem Fotoprojekt "Lovers" wirft die Fotografin Wanda Martin einen Blick in die Schlafzimmer der heutigen Jugend und findet dort schwule, lesbische und heterosexuelle Paare

Vor dem Einschlafen kommt das Kuscheln, ein nächtliches Ritual, vor allem, wenn man jung und frisch verliebt ist. Auf junge Menschen hat sich deshalb die Fotografin Wanda Martin in ihrem Fotoprojekt "Lovers" konzentriert und sich für die Aufnahmen an die Orte des Geschehens begeben, in die Schlafzimmer von Paaren.

Ihre Bilder zeigen, dass eine solche Serie noch vor 40 Jahren niemals hätte entstehen können, denn die Vielfalt in der Liebe hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich vergrößert. Nicht, dass es nicht auch schon früher lesbische und schwule Paare gegeben hätte, aber sich mit seinem gleichgeschlechtlichen Partner in der Öffentlichkeit zu zeigen, war damals nicht drin. 

Mehr sexuelle Vielfalt in der Liebe

"Mein Ziel war es, die Natur der sexuellen Vielfalt zu erkunden und die Ähnlichkeiten zwischen heterosexuellen und homosexuellen Beziehungen zu zeigen", erklärt Martin ihre Intention. "Ich versuche, Liebe schlechthin zu feiern und will darstellen, dass Liebe und Sexualität nicht vom Geschlecht oder vom sozialen Geschlecht abhängen, sondern allein vom Menschen." Ihr Zwei-Jahres-Projekt hat sie noch immer nicht abgeschlossen. Eine Künstlerin, die Martin inspiriert, ist die amerikanische Fotografin Nan Goldin, der in den 1980er Jahren ihr Durchbruch mit der Diashow "Die Ballade von der sexuellen Abhängigkeit" gelang – eine Arbeit, die heute noch ausgestellt wird.

In "Lovers" sind Paare bei gedimmtem Licht in innigen Posen zu sehen, alle kommen aus Martins eigenem Freundeskreis. "So konnte ich auf intimere Weise eine Seite der gegenwärtigen Jugendkultur zeigen kann", erklärt sie. Würden mehr Künstler und Fotografen ihren Fokus auf die aktuelle LGBTIQ-Szene und die damit verbundene Entwicklung der Genderdebatte richten, fänden diese Themen eine größere Akzeptanz in der Gesellschaft, glaubt Martin.

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