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Bärte für Profis: Nein, das ist nicht die "Muppetshow"

Während manche Männer im November versuchen, aus den Flusen auf ihrer Oberlippe einen Schnurrbart zu züchten, geben sich andere ihr Leben lang ihrem Gesichtshaar hin. Dadurch entstehen Kunstwerke von irren Ausmaßen.

Von Susanne Baller

Unter Hut, Brille und Bart ist von Nayland Blake aus Brooklyn, Teilnehmer bei der National Beard and Moustache Championship, nicht mehr viel zu sehen. Sein Outfit bietet jedoch eine wunderbare Vorlage für eine neue Figur à la Jim Henson.

Unter Hut, Brille und Bart ist von Nayland Blake aus Brooklyn, Teilnehmer bei der National Beard and Moustache Championship, nicht mehr viel zu sehen. Sein Outfit bietet jedoch eine wunderbare Vorlage für eine neue Figur à la Jim Henson.

Jedes Jahr treten sie gegeneinander an, die bärtigen Männer aus aller Welt. Und zwar in den unterschiedlichsten Bartwuchs-Kategorien, deren Namen allein schon die Fantasie wecken: Bei Schnurrbärten reicht das von "natürlich" über "englisch", "kaiserlich", "ungarisch" bis hin zu "Freestyle"; bei "Teilbärten" vom "natürlichen Goatee" über "Musketier" bis hin zum "Amish" und bei Vollbärten gibt es gar Unterschiede zwischen einem "Verdi" und einem "Garibaldi". Bei den Men National Beard and Moustache Championships werden insgesamt 18 bewertet.

Den Bartliebhabern geht es allerdings nicht um die ausgefallenste Rasur, sondern um die heißeste Frisur der Bärte. Da wird gebürstet, gekämmt, geschmiert, gewachst, gegelt, bis die ganze Haarpracht zu einem harmonischen Äußeren geworden ist. Kommt es dann zur Meisterschaft, entscheidet die Jury nach ihrem wichtigsten Kriterium: dem Gesamteindruck von Stil und Persönlichkeit. Sie beurteilt das Gesamtpaket, auch wenn die Kompetenz im Bart liegt. Also tragen auch der richtige Anzug sowie die coolsten Accessoires zum Erscheinungsbild bei. Besonderen Wert wird auf einen Hut gelegt, der Hut kann sogar beeinflussen, wie der Bart getrimmt sein soll.

In der Jury sitzt neben sieben anderen der wohl weltweit größte Bartexperte, Allan Peterkin aus Toronto. Der sogenannte Pogonolist, pogon (πογον) ist griechisch für Bart, ist auch Arzt, Autor von 14 Büchern für Kinder und Erwachsene und Universitätsprofessor. Seine Bücher zu seinem Steckenpferd tragen Titel wie "Tausend Bärte", "Tausend Schnurrbärte" oder "Der bärtige Gentleman". Wer zur Bart- und Schnurrbart-Meisterschaft antreten möchte, tut also gut daran, sich erst einmal in der Theorie fit zu lesen.

Seit 2010 existiert der Wettbewerb, der in diesem Jahr in Brooklyn stattfand. 300 Teilnehmer stellten ihre Kreationen vor, von denen wir eine Auswahl zeigen. 

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