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Berufsanfänger-Notizen: Damen mit Bart, Männer mit Windeln und Omas in Dessous - Irrsinn im Supermarkt

Im Supermarkt arbeiten ist öde? Kein Stück! Ein Tumblr-User hat seine Erlebnisse mit bärtigen Frauen, einem Häufchen in der Babyabteilung und Western-Girls aufgeschrieben. 

Tumblr User kimpossibooty macht aus dem Target-Supermarkt einen Jahrmarkt der menschlichen Komödie.

Tumblr User kimpossibooty macht aus dem Target-Supermarkt einen Jahrmarkt der menschlichen Komödie.

Nach dem College geht es ins Arbeitsleben. Einen Tumblr User hat es in einen Großmarkt an die Kasse verschlagen. Nicht gerade ein Traumjob. Aber die Woche von User Kimpossibooty ist total verrückt. Denn selbst in einem Target-Markt mit seinen endlosen Gängen kann man unendlich viel erleben. Man muss nur wach und klug genug sein, die menschlichen Schicksale im Alltag zu erkennen – so wie kimpossibooty. Manche seiner Beschreibungen lesen sich wie die Twitter-Kurzversion eines Romans von Balsac aus der menschlichen Komödie. Wir übersetzen einige der Highlights.

Tag eins im Supermarkt

Der Tag begann damit, dass er Dessous an eine achtzigjährige Frau verkauft hat. Das nächste Highlight. "Habe einen gesalzenen Karamel-Frappacino geschenkt bekommen, von einem Barista - vermutlich schwulen." Nach dem Kaffee gab es aber Stress: "Habe einen Büstenhalter an die Mutter eines 16-jährigen Mädchen verkauft. Das Mädchen heulte dabei die ganze Zeit." Wieso? Kimpossibooty weiß es auch nicht. Verstörend. Danach kam es zu einer unheimlichen Begegnung: "Habe eine alte Dame bedient, die einen stattlichen Schnurrbart trug. Dachte ich zumindest. Dann stellte sich raus, dass die Haare aus ihrer Nase kamen." Gott sei dank! Nicht nur der schwule Barista checkte den Neuling an der Kasse aus: "Verkaufte 56 Liter Katzenstreu an eine Soccer-Mom. Die ganze Zeit starrte sie mir in die Augen." Zum Mittag gab es den zweiten Kaffee umsonst: "Die Sorte gab es nicht mal auf der Karte. Ich mag den Barista!" 

Danach kaufte eine Frau Waren für 220 Dollar. "Nach einem Bündel von Gutscheinen und einem Stapel von Geschenkkarten musste sie 55 Dollar bezahlen. Den Trick muss sie mir beibringen." Tagträume gab es auch: "Sah ein Mädchen auf der Straße Seilspringen – in einem rosa Prinzessin-Feen-Hochzeitskleid. Sie war so glücklich. Ich war noch auf der Schicht, sonst wäre ich zu ihr gelaufen. Zumindest will ich jetzt das Kleid haben." Dann gab es eine Lektion fürs Leben: "Wurde von einem großen Typen namens Jason angesprochen. Er sagte mir, ich solle nicht stehlen. Diesen Rat nehme ich mir zu Herzen." 

Am Ende des Tages wurde kimpossibooty zur Managerin gebeten. Er erwartete angeschrien zu werden, weil er irgendetwas falsch gemacht habe. Stattdessen: "Sie und eine andere Führungskraft badeten mich zehn Minuten in Komplimenten." So wünscht man sich den ersten Tag.

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Tag zwei 

"Ein einschüchternder Farmer-Typ kam an meine Kasse. Er kaufte einen Eimer. Er blickte mir nicht einmal in die Augen. Er sprach kein Wort. Er ließ mich mit Fragen zurück."

"Drei College-Jungs kamen vorbei. Alle kauften elastische Spandex-Unterwäsche und Make-up-Bürsten. Sie sagten kein Wort. Sie machten viel zu viel Augenkontakt. Sie ließen mich mit noch mehr Fragen zurück."

"Eine Kundin kam vorbei. Sie schaute nervös aus. Sie beugte sich über meinen Schalter. Sie flüsterte in mein Ohr. Irgendjemand hat in den Gang mit Babyartikeln geschissen. Alle Beweise deuten darauf hin, dass es kein Baby war."

Tag drei 

"Zwei Kinder stürzten auf mich zu. Durch Sturzbäche von Tränen, schrien sie ihre Mutter an: "WIR WOLLEN STICKER, MAMA". Ich hatte keine Sticker mehr in meiner Kasse. Ich habe mein Volk verraten."

"Eine alte Frau kaufte fünf Flaschen Wein und eine große Flasche Wodka. Ihr Ausweis verriet mir, dass sie den Zweiten Weltkrieg überlebt hatte. Ihr Lächeln zeigte, dass sie auch heute noch lebt."

"Ein Mann mit Bart namens Rusty kam an die Kasse. Ich habe ihm eine Flasche Crystal Light Getränke-Pulver verkauft und eine Gallone (3,78 Liter) Wasser. Nur: Das Pulver war schon alle, in der Wasserflasche war noch ein Rest von zwei Zentimetern. Wie lange war er nur schon in unserem Laden? Sein Bart warnte mich, besser nicht zu viel zu fragen."

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Tag vier 

"Heute haben wir 10 Prozent auf alles. Ich kann den Rabatt scannen, wenn jemand danach fragt. Das mache ich auch bei Leuten, die nicht fragen, wenn sie nett sind. Wenn sie unhöflich sind, mache ich es nicht. Macht ist ein neues Gefühl. Macht ist ein gutes Gefühl."

"Eine Frau bekam 69 Cent Rückgeld. Wenn ich einen 69-Witz einer Kundin erzähle, gibt es eine Abmahnung. Ich habe geschwiegen - nicht weiter mit ihr gesprochen. Jetzt bin ich bin damit beschäftigt zu entscheiden, ob es ein Witz wert ist, meinen Job zu verlieren oder nicht."

Tag fünf 

"Ich habe gerade meine Kasse aufgemacht. Eine achtzigjährige Frau nähert sich. Sie hat BHs und Dessous gekauft. Ich musste innerlich weinen. Es ist einfach zu früh am Morgen für diese Bilder."

"Eine Frau, die aussah, als käme sie gerade aus einem Western des 19. Jahrhunderts, kam rein, um einen Frappucino zu kaufen. Ich denke, der Dress war handgemacht. Ihr Kopftuch hatte noch das Preisschild dran."

"Ein sehr wütender alter Mann schob zwei volle Einkaufswagen durch. Er bezahlte einen Twix-Riegel, eine Flasche Diät-Cola, 36 Sets Unterwäsche und 262 Windeln  für Erwachsene. Ich glaube, da habe ich einen Blick auf meine Zukunft erhascht."


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