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Ladendiebstahl als Massensport : Wenn die Avocado zur Kartoffel wird - so legen Kunden die Selbstbedienungskassen rein

Wacht keine Kassiererin, kann man den Einkauf leicht billiger machen. Teure Avocados werden als billige Kartoffeln ausgewogen, auf Kaffeemaschinen werden die Label von Tütensuppen geklebt. Teilweise soll der Schwund 50 Prozent betragen.

Ein kleiner Labeltausch macht teure Produkte billig (Symbolbild).

Ein kleiner Labeltausch macht teure Produkte billig (Symbolbild).

Warum zahlen, wenn man den Scanner an der Selbstbedienungskasse überlisten kann? Das denken sich offenbar viele Kunden. An den Scannerkassen soll es bis zu 50 Prozent Schwund geben. 

In Deutschland sind Selbstbedienungskassen ohne Kassiererin noch die Ausnahme, in Australien wurde die Technik schon vor zehn Jahren eingeführt. Die Erfahrungen dort zeigen aber, dass diese Rationalisierungsmaßnahme auch ihre Schattenseiten hat. Die Kunden nutzen die Sicherheitslücke schamlos aus.

Viel Fantasie

Die Käufer haben offenbar sehr viel Fantasie, wie sie ein paar Umsonst-Produkte unter ihren Einkauf mischen können. Ganz leicht lassen sich die Scan-Codes austauschen. Das teure Produkt rutscht dann mit dem Label des Billigheimers durch. Sehr beliebt sind die teuren Avocados in Australien. Was ein Glück, dass man sie leicht mit einem Code für Kartoffeln versehen kann. 

Naschen, auspacken, umtauschen: Das sollten Sie sich im Supermarkt besser nicht erlauben
Sie entrümpeln mal wieder ihren Geldbeutel. Und zwischen all den alten Kassenzetteln finden Sie auch einen Pfandbon. Spitze - aber kann man den Wochen später noch eintauschen?   Ja, das geht. Bis zu drei Jahre müssen Supermärkte den Bon noch annehmen. Allerdings können Sie den Bon nur in der Filiale abgeben, in der er auch ausgestellt wurde.

Sie entrümpeln mal wieder ihren Geldbeutel. Und zwischen all den alten Kassenzetteln finden Sie auch einen Pfandbon. Spitze - aber kann man den Wochen später noch eintauschen?

Ja, das geht. Bis zu drei Jahre müssen Supermärkte den Bon noch annehmen. Allerdings können Sie den Bon nur in der Filiale abgeben, in der er auch ausgestellt wurde.

In Australien gibt es inzwischen sogar Forscher, die sich der Epidemie von Kassenbetrügern widmen. Eine von Dr. Emmeline Taylor an der Australian National University (ANU) durchgeführte Studie aus dem Jahr 2016 prägte den Begriff "Swipers". Das kann man frei mit "Wegwischer" übersetzen. Gemeint sind eigentlich ehrliche Menschen, die durch die Selbstbedienungskassen zum Diebstahl verleitet werden. "Do-it-yourself-Kassen erhöhen die Häufigkeit der Diebstähle durch Kunden, vor allem von Personen, die normalerweise nicht stehlen würden", sagte Dr. Taylor der australischen "Daily Mail".

Es fängt mit einem Zufall an

Diese Käufer erzählen meist, dass sie beim ersten Mal aus Versehen Gegenstände gestohlen haben oder dass irgendetwas mit dem Scannen nicht funktioniert habe. Aber dann kommen sie auf den Geschmack und entwenden regelmäßig Waren. Die "Swiper" sehen ihre Aktionen nicht als kriminell an. "Diese Ladendiebe denken nicht, dass ihr Verhalten wirklich kriminell ist, sondern sie denken, dass sie nur ein wenig schummeln ", so Dr. Taylor. 

Ein typischer Fall: Ein deutscher Backpacker wurde im Februar zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er "vergessen" hatte, seinen teuren Sandwichbelag aus Fleisch, Speck und Käse zu scannen. 

Gängig sind diese Tricks: Man nimmt den alten, bereits abgewogenen Plastik-Beutel wieder mit den Laden. Nur beim zweiten Mal kommen teure Lebensmittel in den recycelten Beutel. Dann bezahlt man aber nicht für das teure Roastbeef, sondern den Preis der billigen Fleischwurst, die sich beim ersten Mal darin befunden hat. Auch das Nachpacken ist an der Kasse kaum zu entdecken. Der Beutel wird zunächst mit wenig Inhalt gewogen, nach dem Druck des Labels wird dann noch mal nachgelegt.

Man kann es auch übertreiben

Aber manche übertreiben es auch. Eine Frau aus Ipswich, Queensland, wurde erwischt, als sie Lebensmittel und andere Güter im Wert von insgesamt 4500 Dollar stehlen wollte. Über mehrere Monate hinweg packte sie opulente Fleischplatten, teure Kaffeemaschinen und weitere Haushaltsprodukte in den Einkaufswagen. Alle Produkte versah sie mit dem Code für chinesische Instantnudeln. Doch irgendwann fiel einem Mitarbeiter auf, dass die Frau die teuersten Produkte über den Scanner zog und jedes Mal nur 72 Cent berechnet wurden.

Kra