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Photographic Portrait Prize 2007: Bilder für ein besseres Afrika

Pressefotograf Jonathan Torgovnik hat den Photographic Portrait Prize 2007 der Londoner National Portrait Gallery gewonnen. Seine Bilder zeigen Frauen in Ruanda, die Kinder von ihren Vergewaltigern bekommen haben.

Die meisten Pressefotos zeigen den Augenblick, Pressekonferenzen, Unfälle, Katastrophen. Nur wenige Bilder schaffen es, die Realität über den Tag hinaus einzufangen. Jonathan Torgovnik ist das mit seiner Reihe über "Die Mütter und ihre Schande" gelungen. Für sein Foto mit dem Titel "Joseline Ingabire with her daughter Leah Batamuliza, Hossiana" ("Joseline Ingabire mit ihrer Tochter") bekam er jetzt den Preis des besten Porträtfotos 2007 der Londoner National Portrait Gallery.

Leben mit einer Wunde

Die Idee zur Fotostrecke kam eher zufällig. Torgovonik war für Recherchen in Ruanda unterwegs und stieß auf das Schicksal der Mütter, die während des Bürgerkriegs vor 13 Jahren vergewaltigt worden waren. Rund 20.000 Ruanderinnen waren davon betroffen, die meisten davon haben auch die Kinder ihrer Vergewaltiger bekommen. Torgovonik bot diese Bilder dem stern , der zeigte die Fotos von den Frauen mit ihren Kindern, darunter das jetzt prämierte, als erstes Magazin weltweit im Februar 2007.

Das Siegerbild zeigt Joseline Ingabire mit ihrer jüngeren Tochter Leah im Arm. Im Hintergrund ist ihre ältere Schwester Igihozo zu erkennen. Die Worte der Mutter schildern eindrücklich, in welchem Konflikt sich die Opfer des Bürgerkrieges befinden: "Ich liebe meine Älteste, sie ist ein Kind der Liebe, die Tochter meines Mannes. Ich ließ die Kleine oft schreien und nahm die Große auf den Rücken. Wenn ich die Kinder fütterte, fütterte ich die Ältere zuerst. Die Leute in der Nachbarschaft sagen, das sei nicht recht. Ich sehe ein, dass Leah unschuldig ist, dass sie nichts für das kann, was mir angetan wurde. Aber mein Herz gehört Igihozo, der Großen."

Torgovnik engagiert sich mittlerweile für "Foundation Rwanda", die jungen Müttern hilft, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die Stiftung unterstützt die Familien mit 150 Dollar, die der Besuch einer Schule im Jahr kostet. Gegründet wurde "Foundation Rwanda" im Februar diesen Jahres. Auch die stern-Stiftung sammelt für Ruanda Foundation. Laut Nicole Willnow von der stern-Stiftung hat sie bisher mehr als 100.000 Euro an Spenden eingenommen.

Spenden für die vergewaltigten Frauen können sie unter Stiftung Stern, Konto 469 95 00, Deutsche Bank BLZ: 200700 00, Stichwort: Ruanda

fd

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