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"Face" von Bruce Gilden: Nicht wegsehen! Echte Gesichter von echten Typen

Ein Forum für die Unsichtbaren, die vermeintlichen Verlierer: Das will Bruce Gilden mit seinem Foto-Projekt "Face" bieten. Ein Buch über all die Menschen, an denen die Schönen und Tollen stets vorbeischauen.

Andy, West Bromwich, England

Andy, West Bromwich, England

Bruce Gilden mag die Menschen, die er fotografiert. Er lichtet sie meist aus großer Nähe ab, bildfüllend, mit Blitz. Mehr noch: Er identifiziert sich mit ihnen. Gilden versteht sie als seine Freunde. Was hat er mit diesen ganzen Business-Typen zu tun, fragt er, wenn man ihn nach seinem Interesse an diesen Menschen befragt. Die Fotografien für "Face" hat Gilden mit Zustimmung aller Beteiligten gemacht. Normalerweise fragt der Fotograf vorher nicht großartig. Er hält einfach drauf.

Deshalb betrachtet er das Buch als ein gemeinsames Projekt von Fotograf und Fotografierten. Posing mag er nicht, deshalb ist er ganz schnell in seiner Fotografie, schnell und überraschend. Er will die Seele sichtbar machen. Das ist, warum er - der seit 2002 eines von wenigen Vollmitgliedern der legendären Agentur Magnum ist - fotografiert. Die Typen, die er uns vorführt in "Face", man mag sie sich kaum anschauen. So unvermittelt treten sie einem entgegen in ihrer ganzen Verletztheit, Armut und Kaputtheit. Aber genau das will Bruce Gilden: nicht wegschauen, ansehen! Ob sie hässlich sind? Nein, hat er gesagt, das sind Individuen. Typen eben. Aber was für welche! 

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