HOME

Zoltán Jókay: Intime Bilderzyklen

Der Fotograf Zoltán Jókay stellt in seinem Buch "Portraits" vier Serien vor. Seine Fotografien befassen sich mit den Themen Intimität, Nähe und Berührtwerden.

Zoltán Jókay ist es mit seinen Farbporträts gelungen, die Kamera, die zwischen dem Menschen vor und hinter dem Apparat steht, unsichtbar werden zu lassen. So ermöglicht er unmittelbare Begegnungen mit den Porträtierten. Das Auge des Betrachters scheint den Abgebildeten zu berühren. Nichts an seinen Fotografien ist distanziert oder unterkühlt. Er kommt seinen Modellen nahe und nimmt auch viel seiner eigenen Persönlichkeit mit in die visuelle Arbeit. Seine Fotografien sind auch Ich-Bilder, durch die er sich seiner eigenen Identität und Biografie annähert: "Jedem meiner Bilder kann man drei Autoren zuordnen; mich, den Porträtierten und den Betrachter", beschreibt der Fotograf seine Arbeitsweise.

Der Fotograf ist als Sohn ungarischer Einwanderer in München aufgewachsen. Anfang der 90er Jahre erlangte er Bekanntheit durch die Porträtserie "sich erinnern", die Kindheit als Erfahrung von Verletzung und Einsamkeit thematisiert, und so auch als Auseinandersetzung mit seiner eigenen Kindheit begriffen werden kann.

In dem Bildband "Portraits" sind neben dieser Serie auch die Bildzyklen "sich begegnen", "erwachsen werden" und "fremd" zu finden, die auf stille Weise von den Nuancen des Glücks und dem Platz des Einzelnen in einer Gesellschaft erzählen.

Titel: Portraits
Autor: Zoltán Jókay
Verlag: Hatje Cantz Verlag
ISBN: 3-7757-1467-7
Preis: 34,00 Euro

www.hatjecantz.de

Sabina Riester
Themen in diesem Artikel