HOME

Studentendarlehen in China: Sex-Erpressung mit Nacktfoto-Krediten

In China geraten Studentinnen leicht in eine Sex-Kreditfalle. Intime Nacktfotos dienen als Sicherheit für Wucher-Kredite. Können sie nicht zahlen, würden sie zu sexuellen Diensten gezwungen, schreibt ein Parteiorgan.


Wucherzinsen und Nacktfotos bringen Chinesinnen in eine ausweglose Lage, beklagt das Parteiorgan "Beijing Youth Daily".

Wucherzinsen und Nacktfotos bringen Chinesinnen in eine ausweglose Lage, beklagt das Parteiorgan "Beijing Youth Daily".

In China blüht der Markt der Privat-Kredite. Jenseits des offiziellen Banksystems ist es dort leicht möglich, Kredite im Graumarkt aufzunehmen. Für Privatpersonen gibt es spezielle Apps und Plattformen wie Jiedaibao, auf denen Kreditgeber und -Nehmer miteinander in Kontakt kommen. 

Die "Beijing Youth Daily" hat nun auf einen bedenklichen Trend hingewiesen: Frauen aus dem ganzen Land würden Fotos als Kreditsicherheit verschicken, auf denen sie nackt und mit dem Ausweis in der Hand zu sehen sind. Diese Fotos sollen dem Kreditgeber die Sicherheit geben, dass er sein Geld auch zurückerhalten wird. Andernfalls könne er die intimen Bilder an Eltern und Firmenkollegen schicken. 

Kredite mit Nacktfotos seien ein offenes Geheimnis

"Beijing Youth Daily" ist das offizielle Organ der kommunistischen Jugend. In dem Artikel heißt es: "Die Untersuchung zeigte, dass diese 'Nackt und Ausweis'-Kredite ein offenes Geheimnis sind." Viele Frauen würden auf die Forderungen der Kreditgeber eingehen. Die Nacktfotos als Sicherheit erhöhen die Darlehenswahrscheinlichkeit für sie, aber das bringt den Frauen dann weitere Probleme.

"Mit dem 'Nackt und Ausweis'-Kredit bekommen sie bis zu fünf Mal mehr Geld, als sie sonst erhalten würden. Aber sie können diese großen Summen und die Zinsen nicht zurückzahlen. Dann werden sie mit der Veröffentlichung der Bilder erpresst. Von Studentinnen würden sogar sexuelle Dienste verlangt."

Schuldenexplosion durch Wucherkredite

Ein Teufelskreis, denn der Zins in dem grauen Kreditmarkt beträgt bis zu 30 Prozent pro Woche. In dem Blatt wird der Fall einer Studentin aus Zentralchina geschildert. Um ein Onlinegeschäft zu eröffnen, hat sie sich im Februar 500 Renminbi geliehen, das sind etwa 75 Euro. Das war ein Ein-Wochen-Darlehen zu 30 Prozent. Um den Kredit zurückzuzahlen, musste sie sich erneut Geld leihen. Innerhalb kurzer Zeit schuldete sie 15 Personen Geld, die Gesamtsumme stieg auf 38.000 Euro. Drei verschiedene Verleiher besaßen intime Fotos von ihr. Endlich fasste sie sich ein Herz und vertraute sich ihrer Familie an. Mit deren Hilfe gelang es, die Schulden bis auf etwa 900 Euro zurückzuzahlen.

Themen in diesem Artikel