Spy-Cam-Porn Kriminelle in China filmen Hotelgäste beim Sex – auch live

China: Ein Luxushotelzimmer in der Stadt Shenzhen mit Blick auf die Skyline: Viele Opfer sind traumatisiert
Ein Luxushotelzimmer in der Stadt Shenzhen in China mit Blick auf die Skyline: Viele Opfer sind traumatisiert
© Imago Images
China hat ein großes Problem mit illegalen Pornos, die von versteckt installierten Mini-Kameras in Hotels stammen. Der wichtigste Verkaufskanal ist der Messenger-Dienst Telegram.

Wenn sie in China in einem Hotel einchecken, besteht die Gefahr, dass sie von einer geheimen Mini-Kamera gefilmt werden. Die verborgenen Spione haben einen Zweck: Sie sollen den Sex von Paaren aufzeichnen und an eine teuer zahlende Kundschaft verkaufen, als abrufbare Clips oder als Livestream. Dahinter stecken organisierte Banden, die ein ausgeklügeltes System betreiben, wie die BBC in einer investigativen Recherche berichtet.

Spy-Cam-Pornos haben in China Tradition. Seit mindestens einer Dekade ist das Problem allgemein bekannt und in den sozialen Medien ein Thema. Besonders Frauen, schreibt die BBC, tauschten sich zum Thema aus. Meistens geht es um Tipps, wie man Mini-Kameras im Hotelzimmer entdeckt. Demnach würden Paare sogar Zelte aufstellen, um ganz sicher nicht gefilmt zu werden. Zahlreiche Opfer versteckter Aufzeichnungen sind traumatisiert. Viele allerdings erfahren nie, dass sie beim Sex gefilmt und unfreiwillig zu Pornodarstellern wurden.

China: Strengere Gesetze brachten bislang nichts

Die Regierung hat zuletzt mit neuen Gesetzen versucht, dieses Massenphänomen einzudämmen und unter anderem Hotelbesitzer verpflichtet, ihre Häuser regelmäßig auf versteckte Kameras zu untersuchen. Doch offenbar ohne Erfolg. Das Phänomen ist nicht verschwunden. Es ließen sich weiterhin tausende Clips auf entsprechenden Pornoseiten finden.

Einer der Hauptvertriebswege ist der russische Messanger-Dienst Telegram. Dort werden die Internetseiten und Apps beworben, auf denen man die Pornos schauen kann. Dass der Dienst in China verboten ist, stört das Geschäft nicht, er wird für illegale Aktivitäten fleißig genutzt. Die BBC hat nach eigenen Angaben sechs Anbieter entdeckt, die gemeinsam 180 Kameras in Hotels betrieben haben sollen. Die meisten davon zeichneten permanent auf. Es existieren diverse Accounts, die die Pornos feilbieten.

Nutzer zahlen viel Geld für Clips

Die Nutzer müssen für die Clips zahlen. Im Gegenzug erhalten sie ein Rund-um-Programm. Habe man sich auf einer Seite eingeloggt, hat man Zugriff auf Kameras in verschiedenen Räumen. Die Kameras springen immer an, wenn die Hotelgäste ihre Karten in den Licht-Slot stecken. Man kann live streamen, darin zurückspulen oder sich archivierte Videos herunterladen.

Das Problem für die Opfer ist, dass die Mini-Kameras professionell installiert und schwer zu entdecken sind. In einem Video, in dem BBC-Mitarbeiter eine Kamera ausfindig machen, ist diese in der Wand hinter einer kleinen kreisförmigen Lüftung versteckt – für unbedarfte Gäste kaum zu bemerken. Das System ist ausgeklügelt – und es stecken zahlreiche Anbieter dahinter. Zudem sind Mini-Kameras trotz strenger Regeln in China leicht zu kaufen.

Quelle: BBC

tis

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