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Bierverkäufe in Deutschland: Warum sich die Brauer einen Bier-Krieg liefern

Die Deutschen trinken wieder mehr Bier. Die EM und an die warmen Tage im Mai haben den Absatz angekurbelt. Doch freuen können sich die Brauer nicht. Sie verramschen ihre Kästen häufig als Schnäppchen - und liefern sich einen Preiskrieg.

Bier: Deutsche trinken mehr, aber Brauer liefern sich Preiskrieg.

Deutsche trinken wieder mehr Bier - dennoch lohnt sich das nicht für die Brauer.

 und Fußball, das gehört zusammen. Wie schon zum Sommermärchen oder zum Titelgewinn bei der WM in Brasilien 2014 greifen die Deutschen bei Fußball-Events gerne zum Pils. In den Jahren ohne Europa- oder Weltmeisterschaft sinkt der Absatz von Pils rapide. Also ist 2016 dank der EM in Frankreich ein gutes Jahr für die Brauer. Dennoch: Sie liefern sich einen Preiskrieg.

Bier: Preiserhöhung verpufft

Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, hatten die Brauer 2014  einen höheren Preis für den 20er-Kasten-Bier festgelegt. Um einen Euro sollte der Preis steigen. Doch von diesem Plus ist inzwischen ist nichts mehr übrig. So verkauften die Brauer 2014 zumindest rund 20 Prozent der Kästen für den erhöhten Preis. Ein Jahr später waren es nur noch fünf Prozent.

Das Problem der Brauer: Die Deutschen trinken immer weniger Bier. Selbst wenn die Jahre mit Sport-Ereignissen für etwas Aufwind sorgen, sinkt der Absatz immer weiter. Um dennoch Geld zu verdienen, setzen die Brauereien den Rotstift an. Das Ergebnis: Der Preis für einen Kasten Bier fällt.

Das freut die Kunden - doch für die Hersteller ist das eine Katastrophe. Denn die Preisspirale dreht sich nach unten. Rabatte und Promo-Aktionen sollen Kunden locken - doch solche Maßnahmen kosten die Brauer Geld. So wolle Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg dieses Jahr auf die Kronkorken-Aktion verzichten, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Das spare viel Geld, so Schadeberg.

Kunden verlieren Markentreue

Besonders hart getroffen sind laut der "Lebensmittelzeitung" Marken wie Hasseröder, Warsteiner oder Holsten, die knapp 80 Prozent ihrer Kästen als Aktionsware verkaufen. Mehr als die Hälfte des Bier-Absatzes werde "preis- oder sonstwie absatzgesteuert angeboten", berichtet die "Lebensmittelzeitung". Bei günstigen Angeboten scheinen die Kunden zuzugreifen - das liegt auch an der schwindenden Markentreue der Kunden. 

Kauften Menschen früher "ihre" Biermarken, lassen sie sich nun von günstigen Preisen im Getränkehandel leiten. "Der Verbraucher kann immer eine andere Premium-Marke als rabattierte Kistenaktion bekommen. Entsprechend greift er mal da, mal dort zu", sagt Nils Rosenthal, Bieranalyst bei Nielsen gegenüber der " ".

Brauer wachsen im Ausland

Insgesamt konnten die Brauer im ersten halben Jahr 2016 ein Umsatz-Plus von 1,9 Prozent verbuchen. Das Geschäft in Deutschland wuchs zwar, aber nur um klägliche 0,3 Prozent. Hoffnungsschimmer für deutsche Brauereien ist der Export, der im ersten Halbjahr 2016 um 3,9 Prozent zulegte. Vor allem in Asien sind deutsche Biere beliebt.