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Teil 6: Reben, wollt ihr ewig leben?

Diese schon: Über 100 Jahre alte Rebstöcke verleihen diesem typischen Vertreter der Côtes du Rhône eine große Portion des gewissen Etwas.

Von Cornelius und Fabian Lange

Vieilles Vignes" - alte Reben - steht in großen Lettern auf unserem Côtes du Rhône. Aus gutem Grund: Régis Boissons Rebstöcke haben 40 Jahre auf dem Zähler, manche sogar 130. In solchem Alter wurzeln sie tief im Untergrund und können sich mühelos mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgen. Letztere reichern sie in den wenigen Trauben an, die sie als Senioren tragen. Régis Boisson erntet also keine kiloschweren Kaventsmänner wie bei jungen Reben, sondern Winzlinge mit kleinen Beeren. In denen konzentrieren sich die Inhaltsstoffe: nicht nur Zucker, sondern auch Aromen, Mineralien, Farbstoff - doch nur wenig Wasser. Besonders bei Rotweinen ist dies wichtig, da kleine Beeren mehr Schalen und weniger, dafür aber konzentrierteren Saft liefern. Dass der Ertrag bei Rebstöcken, deren biologische Uhr abläuft, in die Knie geht, nimmt Régis Boisson gern in Kauf: Er erntet lediglich 35 hl/ha, also 35 Hektoliter pro Hektar. Oder anschaulicher: nur eine lächerliche halbe Flasche pro Quadratmeter. Bei hemmungsloser Mengenerzeugung sind 140 hl/ha und mehr möglich - so entsteht aber meist nur dünne Plörre.

Unser Côtes du Rhône duftet nach getrockneten Pflaumen und Feigen, Waldhimbeeren, frischer Minze und Harz. Und würzig: Pfeffer, Thymian, Lebkuchen, Lakritze, etwas Orangenschale, Kakaopulver (Dekantieren lohnt sich!). Im Mund entfaltet er sich geschmeidig und doch superfrisch. Er kommt mit gut eingebundenen Gerbstoffen und einer dichten Geschmacksstruktur daher - die Mischung aus Grenache (65 Prozent), Syrah (20 Prozent) und Carignan (15 Prozent) ist daran nicht ganz unschuldig. Ein ausgeglichener Wein, kraftvoll und subtil, eine herzerfrischende Antithese zu den konturlosen Allerweltsweinen, die gnadenlos auf Gefälligkeit getrimmt werden. Hier trifft die kühle Eleganz des Nordens auf die Würze des Südens. Das ist die Stärke der Rhone! Und genau deshalb haben wir diesen Wein auch ausgesucht. Er ist ein perfektes Beispiel für die Charakterzüge dieser bedeutenden Region. Optimale Trinkreife: jetzt bis 2009.

Die Region Côtes du Rhône (Côte = Hang, Küste) zieht sich als 200 km langes Band von Vienne bis Avignon. Wegen der Größe des Gebietes fällt der Weincharakter unterschiedlich aus, es besteht aus dem kleineren nördlichen Teil und dem größeren im Süden. Die Kennzeichnung "AOC Côtes du Rhône" bezeichnet diesen südlichen Teil - in dem auch Cairanne liegt, der Ort, in dem unser Wein gekeltert wurde. Die häufigsten Rebsorten sind Grenache und Syrah (sie liefern die Top-Trauben der Region) sowie die weniger wertvollen Mourvèdre, Cinsault und Carignan. Im Süden dürfen sich rund hundert Gemeinden mit die Klassifikation Côtes du Rhône-Villages schmücken. Im Süden liegen auch die herausgehobenen Appellationen Châteauneuf-du-Pape, Gigondas und Vacqueyras, im Norden die berühmten Zonen Côte Rôtie und Hermitage.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.