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Besser spät als nie Peruanerin bezieht erste Rente - mit 116 Jahren

Sie ist die vermutlich älteste Frau der Welt - und hat nun erstmals Rente kassiert. Die Peruanierin Filomena Taipe Mendoza erhält ab sofort monatlich 64 Euro. Für neue Zähne reicht das wohl nicht.

In drei Jahrhunderten hat die Peruanerin Filomena Taipe Mendoza gelebt, Jahrzehnte harter Arbeit liegen hinter der Bäuerin. Nun wird ihr das im Alter von 116 Jahren erstmals mit einer Rente vergolten: Von diesem Mai an erhält sie monatlich 250 Sol - umgerechnet 64 Euro.

"Ich bin nicht vom vorigen Jahrhundert, junger Mann", sagte sie einem Beamten, der ihr dabei half, das erste Ruhegehalt zu kassieren. "Ich bin vom Jahrhundert davor!" Die Rente ist Teil eines Programms namens "Pensión 65" für alte Menschen, die in äußerster Armut leben. Für Filomena Mendoza ist dadurch auch die medizinische Versorgung umsonst.

"Konserven und Kartons sind nichts für mich"

Noch ist die 116-Jährige aber gut beieinander. Das Geheimnis ihres langen Lebens erklärt sie mit gesunder Ernährung: hauptsächlich Kartoffeln, aber auch Ziege und Hammel sowie Milch, Ziegenkäse und Bohnen. "Alles, was ich zubereite, stammt von meinem Feld. Konserven oder Kartons, das ist nichts für mich, auch nicht diese Getränke in Büchsen", so die Frau. Ihr Dorf Pocuto in der östlichen Provinz Huanvacelica hat sie ihr ganzes Leben lang nicht verlassen, nur drei ihrer neun Kinder leben noch. "Ich hatte ein hartes Leben und wurde schon in jungen Jahren Witwe", so Mendoza. Was ihr im Alter unter anderem fehlt: "Zähne hätte ich schon ganz gerne wieder welche."

Wie das peruanische Ministerium für Entwicklung und Soziales jetzt mitteilte, wurde die Peruanerin ihrem Personalausweis zufolge am 20. Dezember 1897 geboren. Damit könnte sie sogar die älteste Frau der Welt sein. Bislang galt Misao Okawa aus der westjapanischen Stadt Osaka als die Rekordhalterin, als deren Geburtsdatum der 5. März 1898 verzeichnet ist. Sie wäre also drei Monate jünger als die Frau aus den peruanischen Anden.

car/AFP AFP

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