Mit Statements im Rosenmontagszug solidarisieren sich Kölner Karnevalisten mit dem in Russland gerichtlich verfolgten Wagenbauer Jacques Tilly aus Düsseldorf. Der Wagen von Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn werde den kölschen Spruch "Mer all sin Tilly" (Wir alle sind Tilly) tragen, teilte das Festkomitee Kölner Karneval am Morgen mit. Die Fußgruppe des ukrainischen Hilfsvereins Blau-Gelbes-Kreuz werde zudem Satire-Motive von Jacques Tilly und frühere Putin-Darstellungen aus dem Kölner Rosenmontagszug auf Schildern zeigen.
"Das Festkomitee Kölner Karneval unterstreicht mit der Einladung des ukrainischen Hilfsvereins Blau-Gelbes Kreuz die karnevalistische Meinungsfreiheit und die Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine und Jacques Tilly, der wegen seiner satirischen Wagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug in Russland angeklagt wurde", hieß es in einer Pressemitteilung.
Karnevalspräsident: Wir stehen zusammen wie eine Wand
Karnevalspräsident Kuckelkorn sagte zur Solidarität mit Tilly: "Was ihm da widerfahren ist, ist unsagbar, für uns nicht aushaltbar, und da ist natürlich auch ganz klar, dass wir zusammenstehen wie eine Wand",
Zuvor war Kritik laut geworden, weil in diesem Jahr kein Putin-Wagen im Kölner Rosenmontagszug mitfährt. Wegen früherer Darstellungen des russischen Präsidenten im Düsseldorfer Rosenmontagszug wird Tilly seit einigen Monaten in Moskau gerichtlich verfolgt. Der Bildhauer muss sich wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane verantworten, dazu gehört neben der russischen Armee auch Präsident Wladimir Putin.