VG-Wort Pixel

Erschossener Michael Brown Polizei verhängt Ausgangssperre über Ferguson


Die Gewalt hat die US-Stadt Ferguson fest im Griff. Die Polizei reagierte nach jüngsten Plünderungen mit einer Ausgangssperre. Die Todesumstände des erschossenen schwarzen Teenagers bleiben unklar.

Die Situation hatte sich in den vergangenen Tagen zunächst entspannt, doch eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown hat der US-Bundesstaat Missouri den Notstand und eine nächtliche Ausgangssperre über die Kleinstadt Ferguson verhängt. Damit sollten den Krawallen und Plünderungen in dem Vorort von St. Louis ein Ende bereitet werden, sagte Gouverneur Jay Nixon.

In der Nacht zum Samstag waren Proteste, die noch am Tag zuvor friedlich verlaufen waren, wieder in Gewalt umgeschlagen. Demonstranten plünderten mehrere Läden, blockierten eine Straße und warfen Flaschen auf Polizisten. Es gehe nicht darum, Demonstranten zum Schweigen zu bringen, so Nixon. Vielmehr sollten "jene, die die Stimmen des Volkes durch ihre Handlungen ertränken, in Schach gehalten" werden.

Wusste der Schütze von einem Ladendiebstahl?

Ein weißer Polizist hatte Brown am Samstag vergangener Woche erschossen, obwohl der 18-Jährige unbewaffnet war. Die Umstände sind nach wie vor ungeklärt. Laut einem am Freitag veröffentlichten Polizeibericht wurde Brown eines Überfalls auf ein Geschäft verdächtigt, bevor es zu den tödlichen Schüssen kam. Allerdings wurde später klargestellt, dass der Polizist, der auf Brown feuerte, nichts von dem Verdacht wusste.

Das Schicksal von Michael Brown weckt Erinnerungen an den 17-jährigen Schwarzen Trayvon Martin, der im Februar 2012 in der Stadt Sanford in Florida erschossen worden war. Der Schütze George Zimmerman, Latino und Mitglied der Bürgerwehr, gab damals an, in Notwehr gehandelt zu haben, nachdem der unbewaffnete Teenager ihn geschlagen habe. Der Fall löste eine landesweite Kontroverse über Rassismus aus, zumal der Prozess gegen Zimmerman mit einem Freispruch endete. Im überwiegend von Schwarzen bewohnten Ferguson ist die Polizei zum größten Teil aus Weißen zusammengesetzt.

kis/DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema