Handball-Bundesliga
Handball-Rekordmann Groetzki macht Schluss

Bald Schluss: Patrick Groetzki Foto: Noah Wedel/dpa
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Nach 19 Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen beendet Patrick Groetzki seine Karriere beim Handball-Bundesligisten. Er geht als Legende und bleibt dem Club auch künftig erhalten

Der Abschied fällt Patrick Groetzki nicht schwer. „Alles hat seine Zeit - und ich habe einfach richtig viel Lust auf das Leben, das jetzt auf mich zukommt“, sagt der frühere Handball-Nationalspieler. Nach 19 Jahren beim Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen endet die imposante Laufbahn des Rechtsaußen am nächsten Sonntag mit der Partie beim VfL Gummersbach.

Im Anschluss an das Heimspiel an diesem Mittwoch gegen TSV Hannover-Burgdorf verabschieden die Mannheimer ihre Club-Legende. Und ziemlich sicher wird es dann sehr emotional werden. Bei den Fans. Und auch bei Groetzki.

„Ganz ruhig bin ich bei dem Gedanken daran nicht“, gibt der 36-Jährige zu. Er habe sich zwar ein wenig überlegt, was er gerne sagen möchte: „Aber ich weiß auch: Eins zu eins werde ich die Gefühle erst spüren, wenn mein letztes Spiel vor den eigenen Fans hinter mir liegt.“ Es wird eine Ausnahmesituation für einen Ausnahmespieler.

Rekordmann mit Titel

In ihrer Vereinsgeschichte gewannen die Löwen zwei Meisterschaften (2016, 2017), sie holten zweimal den DHB-Pokal (2018, 2023), dreimal den Supercup (2016, 2017, 2018) und einmal den EHF-Pokal. Groetzki war an allen Titelgewinnen beteiligt. Das gelang keinem anderen Spieler. In bislang 580 Bundesligapartien stand der 36-Jährige für die Nordbadener auf dem Feld. Ein Rekord. Vielleicht sogar für die Ewigkeit.

„Patrick zählt zu den großen Sportpersönlichkeiten in der Handball-Bundesliga. Er ist national und international ein Botschafter unserer Bundesliga und des Handballs“, würdigt Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann den Löwen-Profi, der zweifelsohne nicht nur ein Gesicht seines Vereins, sondern der gesamten Sportart ist. Er hat den Handball geprägt.

All das war natürlich nicht absehbar, als er im Sommer 2007 zu den Löwen kam. Damals stand der Rechtsaußen im Schatten der anderen Neuzugänge Christian Schwarzer, Oliver Roggisch und Henning Fritz, die allesamt wenige Monate zuvor Weltmeister geworden waren. „Jung und schüchtern“ sei er damals gewesen, erinnert sich Groetzki, der aber recht schnell seine Rolle fand und Spielzeit bekam.

Rekorde, Rekorde, Rekorde

Aus einem Talent wurde zunächst ein Stammspieler, dann ein Leistungsträger und schließlich der Kapitän der Löwen. Immer wieder verlängerte der gebürtige Pforzheimer seinen Vertrag. „Es gab keinen wirklichen Grund für einen Wechsel“, sagt Groetzki, der an sieben Weltmeisterschaften teilnahm. Kein deutscher Nationalspieler kommt auf mehr. Auch das ist also ein Rekord, den er zusammen mit Torwart Silvio Heinevetter hält.

Nach 19 Jahren als Profi bei den Löwen verwundert es nicht, dass der Rechtsaußen seinem selbst ernannten „Herzensverein“ auch künftig erhalten bleibt. Er wechselt ins Clubmanagement, schon seit einiger Zeit ist er bereits an verschiedenen Projekten beteiligt. „Letztendlich ist es ein gutes Gefühl, die Karriere in dem Wissen zu beenden, dass ich genau weiß, wie es weitergeht. Das sorgt für Ruhe im Kopf. Es ist die richtige Entscheidung, jetzt etwas Neues zu machen“, ist sich Groetzki im Interview mit dem „Mannheimer Morgen“ sicher und freut sich, sein Leben künftig ein „bisschen individueller gestalten zu können“.

Bislang war sein ganzes Familienleben abhängig vom Trainings- und Spielplan der Rhein-Neckar Löwen. Es gab all die Jahre nur fixe Termine, die nicht verhandelbar waren. „Ich konnte nicht einfach mal einen Tag freinehmen. Künftig ist das möglich“, sieht Groetzki die Vorteile seines künftigen Jobs, den er mit sehr viel Herzblut angehen wird. Denn klar ist: Auch wenn Groetzki nicht mehr auf dem Feld stehen wird, will er nur das Beste für die Löwen.

dpa