Bei seinem Engagement für erlaubtes Baden in der Spree will der Verein Flussbad Berlin noch mehr Druck machen. Ab Mai soll es bis zur Abgeordnetenhauswahl im September in jedem Monat eine Mitschwimm-Demo geben, wie der Verein ankündigte. "Am 20. ist Badetag" lautet dabei das Motto.
Die erste Demo im Spreekanal in diesem Jahr ist entsprechend für den 20. Mai geplant - 101 Jahre, nachdem das Verbot in Kraft getreten ist, das Baden in der innerstädtischen Spree untersagt.
Damals waren die zunehmende Verschmutzung des Flusses und damit verbundene Gesundheitsgefahren der Anlass. Heute ist das Baden nach wie vor verboten - die Umweltverwaltung könnte das ändern, hat das bisher aber abgelehnt.
Daten zur Wasserqualität am Smartphone abrufen
Aus heutiger Sicht gebe es dafür keine fachliche Grundlage mehr, sagte Vereinsmitgründer Tim Edler. Der Verein plädiert deshalb dafür, zunächst eine Pilotbadestelle am Spreekanal in Berlin-Mitte einzurichten. Später könnten weitere in ganz Berlin hinzukommen. "Es geht", sagte Edler.
Ein einzelnes Flussbad ist inzwischen nicht mehr das Ziel des Vereins, der sich deshalb in Fluss Baden Berlin umbenennen will. Sein bisheriges Monitoringsystem zur Prognose der Wasserqualität in der Spree hat er nach eigenen Angaben weiterentwickelt.
Mit dessen Hilfe soll sich am Smartphone oder Rechner auf einen Blick abrufen lassen, ob Baden im Spreekanal möglich ist. Nach Einschätzung des Vereins ist die Wasserqualität zwischen Mai und Oktober an 80 Prozent der Zeit gut genug.
Dass sich das zum Beispiel nach einem Gewitterregen kurzfristig ändern könne, sei aber nicht anzuzweifeln. Das gilt vor allem, wenn es zum Überlaufen der Berliner Mischwasserkanalisation kommt - und die Spree dadurch verschmutzt und möglicherweise auch mit Krankheitserregern belastet wird.
Am "Fluss Bad Garten", der Informationsstelle des Vereins am Spreekanal an der Friedrichsgracht, soll künftig eine Fahne tagesaktuell anzeigen, wie die Lage ist. Grüne Farbe signalisiert: Baden ist kein Problem. Gelb steht für grenzwertig, Rot für mangelhafte Wasserqualität. Am 20. September - dem Termin für die vorerst letzte Mitschwimm-Demo in diesem Jahr, ist die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.