Mode
Kreativ trotz Mangels: Ausstellung zeigt Modealltag der DDR

In einer früheren Ausstellung im Modemuseum Meyenburg wurden Krawatten präsentiert. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa
In einer früheren Ausstellung im Modemuseum Meyenburg wurden Krawatten präsentiert. (Archivbild) Foto
© Sebastian Gollnow/dpa
Das Modemuseum Meyenburg beleuchtet mit rund 50 Outfits, wie Menschen im Sozialismus modisch individuell blieben – auch wenn offizielle Entwürfe selten dem Alltag entsprachen.

Wer sich in der DDR modisch und individuell kleiden wollte, musste kreativ werden. Das Modemuseum Schloss Meyenburg in der Prignitz zeigt in einer neuen Sonderausstellung zur Bekleidungskultur in der DDR, was angesichts begrenzter Produktionskapazitäten und politischer Vorgaben möglich war. "Chic nach Plan & individuelle Eleganz. Bekleidungskultur in der DDR" heißt die Schau, in der rund 50 Outfits und Designobjekte aus der Museums‑ und Privatsammlung Einblick in Stil, Ästhetik und Alltag der DDR-Mode geben, wie das Museum mitteilte. 

VEB-Kleidung und Selbstgeschneidertes

Zwar habe das Modeinstitut in Berlin aufwendige Entwürfe entwickelt, doch wurden sie in der industriellen Fertigung stark vereinfacht und fanden nur begrenzt Anklang. Gleichzeitig entstand im Alltag eine vielfältige Modepraxis: von VEB‑Kleidung über selbstgeschneiderte Stücke, Mode aus Westpaketen und Exquisit-Boutiquen bis hin zu privaten Labels und subkulturellen Modeperformances. Die Ausstellung zeigt, wie breit das Spektrum tatsächlich war und wie kreativ viele Menschen mit den vorhandenen Mitteln umgingen.

Begleitende Texttafeln vermitteln das historische Wissen, das zum Verständnis der gezeigten Stücke nötig ist – auch für Besucherinnen und Besucher ohne eigene DDR-Erfahrung. Die Ausstellung wird am 28. März eröffnet und ist bis zum 28. Juni zu sehen.

Modemuseum Schloss Meyenburg

dpa

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