Bei Kundgebungen und Demonstrationen ist die öffentliche Darstellung von Hinrichtungen in Berlin ab sofort untersagt. "Die Versammlungsbehörde hat das geprüft, die Auflagen für entsprechende Versammlungen sind erweitert worden", sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei auf dpa-Anfrage. "Insbesondere sind das öffentliche Nachstellen von Tötungen sowie realitätsnahe Darstellungen von Hinrichtungen nicht mehr gestattet."
Das beinhalte auch das Fesseln von Personen in solchen Szenen und das Verwenden entsprechender dafür nötiger Gegenstände. Zuvor hatten die "Berliner Zeitung" und der "Tagesspiegel" über das Thema berichtet.
Hinrichtungsdarstellung auf dem Alexanderplatz
Am Mittwochabend hatten Teilnehmer einer propalästinensischen Demonstration mit der Nachstellung einer Hinrichtung auf dem Alexanderplatz für Kritik gesorgt. Ein Reporter der "Berliner Zeitung" hatte die Szene beobachtet und darüber berichtet.
Die erweiterten Auflagen durch die Versammlungsbehörde sind eine Reaktion auf die Diskussion, die darauf folgte. "Aus unserer Sicht ist das eine schnelle und flexible Anpassung, die relevante veränderte Bedingungen im Versammlungsgeschehen bei Bedarf verhältnismäßig berücksichtigt", sagte Polizeisprecher Florian Nath der "Berliner Zeitung".