Im Fall einer räuberischen Erpressung und Menschenraub in einer Kieler Ferienwohnung hat die Polizei zwei weitere Tatverdächtige festgenommen. Die jüngste Festnahme erfolgte am 21. Januar, wie die Polizei nun berichtete. Dabei soll ein 22 Jahre alter Tatverdächtiger im Kieler Stadtteil Südfriedhof eine Schusswaffe, Munition und eine Kapsel mutmaßlicher Betäubungsmittel mit sich geführt haben. Er befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.
Insgesamt drei Männern wird vorgeworfen, einen 28-Jährigen im Juli 2025 unter einem Vorwand in eine Ferienwohnung gelockt und dort unter Vorhalt einer Schusswaffe und eines Messers über mehrere Stunden festgehalten zu haben. Ihr Opfer sollen die Männer genötigt haben, Geld abzuheben und ihnen auszuhändigen.
Nach früheren Polizeiangaben konnte das Opfer im vergangenen Sommer jedoch einen Sparkassenmitarbeiter verständigen, der die Polizei rief. Währenddessen hätten die Täter in einem Auto vor dem Gebäude gewartet, waren beim Eintreffen der Streifenwagen aber weg.
Drei Verdächtige
Bereits einen Tag nach der Tat war ein 26 Jahre alter Tatverdächtiger ermittelt worden. Bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen sicherten Einsatzkräfte damals Beweismittel. Der 26-Jährige kam wieder auf freien Fuß. Gegen die beiden anderen mutmaßlichen Beteiligten erließ das Amtsgericht Kiel aber Haftbefehle.
Bei einer Verkehrskontrolle am 11. September nahmen Polizisten dann einen 19-Jährigen in der Kieler Innenstadt fest. Gegen den 19- und 26-Jährigen ist Anklage vor dem Landgericht Kiel wegen erpresserischen Menschenraubes erhoben worden. Der Prozess soll im Februar starten. Der 22 Jahre alte Tatverdächtige muss sich voraussichtlich einem gesonderten Verfahren wegen der Vorwürfe verantworten müssen.