Politischer Diskurs
Günther mahnt respektvollen Umgang in Reformdebatten an

Daniel Günther mahnt einen anderen Ton in der Politik an. (Archivbild) Foto: Kay Nietfeld/dpa
Daniel Günther mahnt einen anderen Ton in der Politik an. (Archivbild) Foto
© Kay Nietfeld/dpa
Daniel Günther fordert mehr Respekt in politischen Debatten. Warum er stigmatisierende Begriffe in Reformdiskussionen kritisch sieht.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wünscht sich einen anderen Ton in der politischen Auseinandersetzung. Viele Menschen seien bereit, bestimmte Einschnitte mitzumachen, sagte Günther beim Sonntags-Stammtisch des Bayerischen Fernsehens. Jedem sei klar, dass es ein "Weiter so" nicht geben könne, wenn das Land wieder wirtschaftlich erfolgreich werden wolle. 

"Aber das klappt halt nicht, wenn das eine Kakophonie ist, alle gegenseitig erklären, was nicht geht oder man mit völlig unausgegorenen Vorschlägen, teilweise ja auch mit Formulierungen, die Menschen auch ausgrenzen, in so 'ne Debatten reingeht", sagte Günther. Er spielte damit auf Debatten wie um den ursprünglichen Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion für den CDU-Bundesparteitag mit dem Titel "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit" an. 

Solche Debatten dürften nicht mit stigmatisierenden Begriffen geführt werden, Begriffen, die Menschen einfach ausgrenzten, sagte Günther in der Sendung. "Was soll jemand, der in Teilzeit in der Pflege arbeitet und ehrenamtlich tätig ist, sich vielleicht auch noch zu Hause darum kümmert, pflegende Angehörige zu unterstützen, damit anfangen, wenn ihm gesagt wird: Teilzeit heißt Lifestyle, damit du dein Leben gemütlich leben kannst?" Wie wolle man Menschen so motivieren, bereit für Veränderungen zu sein.

dpa