In Hessen gibt es nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) derzeit rund 300 ungeklärte Tötungsdelikte und Vermisstenfälle mit Verdacht auf ein Tötungsdelikt. Auch andere "herausragende ungeklärte Straftaten" werden darunter gezählt, wie das LKA mitteilte.
Grundsätzlich ermittele die Cold Case Unit in Fällen mit Tatzeitraum bis 1980. Lägen konkrete Hinweise zu älteren Fällen vor, würden diese auch bearbeitet, hieß es.
Als Cold Cases werden laut LKA vollendete Mord- oder Totschlagsdelikte sowie Langzeitvermisstenfälle mit dem dringenden Verdacht auf das Vorliegen eines Tötungsdeliktes bezeichnet, die fünf Jahre ab Beginn der Ermittlungen nicht aufgeklärt wurden und in denen aktuell nicht ermittelt wird.
Entwickelte Kriminaltechnik hilft
"Meist ausschlaggebend für Ermittlungserfolge waren bzw. sind die Verbesserungen in der Kriminaltechnik, die eine neue Begutachtung alter Spuren möglich gemacht haben", hieß es. Aber: Nicht immer führen die Ermittlungen eines Tatverdächtigen auch zu einer Verurteilung. Es könne vorkommen, dass die Verdächtigen bereits gestorben seien oder die Beweislage für eine Verurteilung nicht ausreiche.
Täter könnten sich auch nach Jahren nicht sicher sein. "Neben der akribischen Arbeit trägt auch die immer weiter entwickelte Kriminaltechnik dazu bei, dass Fälle noch Jahre später aufgeklärt werden können", schrieb das LKA.