Immer weniger Betriebe
Klimawandel und Kosten: Hessens Kirschbauern unter Druck

Hessens Kirschbauern kämpfen mit steigenden Kosten und Wetterextremen. (Symbolfoto) Foto: Swen Pförtner/dpa
Hessens Kirschbauern kämpfen mit steigenden Kosten und Wetterextremen. (Symbolfoto) Foto
© Swen Pförtner/dpa
Steigende Kosten, Extremwetter und neue Schädlinge setzen Hessens Kirschbauern zu. Warum viele Betriebe vor einer ungewissen Zukunft stehen und was der Bauernverband jetzt fordert.

Steigende Personalkosten, Extremwetter, Schädlinge: Die Kirschbauern in Hessen stehen nach Einschätzung des Hessischen Bauernverbands vor großen Herausforderungen. "Insbesondere der Mindestlohn ist ein großes Problem, da die Kirschen in der Regel von Hand gepflückt werden", erklärte die Sprecherin des Verbands, Marie-Claire von Spee.

Ein weiteres Problem seien Extremwetterereignisse, die durch den Klimawandel häufiger zu werden schienen. Dazu zählten etwa Spätfröste. Wenn diese die Blüte ungeschützt treffen, führe das zum Totalausfall. Hagelschlag zerstöre die Blüten, Fruchtansätze oder die erntereifen Früchte meist vollständig. Starkregen bringe während der Reife die Früchte zum Platzen, die dadurch verderben würden. 

Neue Schädlinge durch Klimawandel

"Außerdem führt der Klimawandel zur Ausbreitung neuer Schädlinge", erläuterte von Spee. Eine weitere Herausforderung seien in dieser Hinsicht sinkende Pflanzenschutzmittelzulassungen, welche die Kirschen auf einem qualitativ hochwertigen Niveau schützen. 

Auch der hohe Dieselpreis dürfte sich laut von Spee spürbar auf die obstanbauenden Betriebe auswirken. "Aber wohl geringer als beispielsweise in Ackerbaukulturen."

Immer weniger Betriebe

All diese Faktoren würden dazu führen, dass sich immer weniger Betriebe für den Anbau von Kirschen entscheiden. "Vor allem, wenn teure Investitionen anstehen, wird der Kirschanbau gegebenenfalls nicht weitergeführt", sagte von Spee. "Was den Betrieben helfen würde, wäre ein klares Bekenntnis der Verbraucher zu deutschen beziehungsweise hessischen Kirschen an der Ladentheke sowie bessere politische Rahmenbedingungen." 

In Hessen spielen vor allem drei Anbaugebiete eine große Rolle: das "Kirschenland" rund um Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, Wiesbaden-Frauenstein und Friedberg-Ockstadt, das "Kirschendorf" in der Wetterau.

dpa