Eine 74 Jahre alte Frau aus der Nähe von Greifswald ist laut Polizei auf einen Online-Liebesbetrüger hereingefallen und hat binnen weniger Monate 226.000 Euro verloren. Der Mann nahm demnach im Dezember über ein soziales Netzwerk Kontakt mit der Frau auf.
„Im Laufe der Zeit entwickelte sich zwischen den beiden ein intensiver schriftlicher Austausch, der bis Mitte Mai 2026 andauerte.“ Schon nach einem Monat und dann immer wieder habe der mutmaßliche Betrüger die Frau um Geld gebeten - unter anderem zum Aufladen seines Telefonguthabens, da er sich im Ausland befinde.
Geld und Guthabenkarten
Die Seniorin sandte daraufhin Bargeld per Post oder kaufte für den Betrüger Guthabenkarten eines großen Elektronikherstellers, wie die Ermittler weiter berichteten. Der Frau sei ein Gesamtschaden von mehr als 226.000 Euro entstanden. Die Identität des mutmaßlichen Betrügers ist laut Polizei bisher nicht bekannt.
Die „Love Scamming“ genannte Masche ist nicht neu. Im vergangenen Jahr verloren Oper in Mecklenburg-Vorpommern laut Landeskriminalamt auf diese Weise rund 6,5 Millionen Euro. Im Jahr davor waren es demnach 4,7 Millionen Euro gewesen.
Romantische Gefühle vorgetäuscht
„Bei dieser modernen Betrugsmasche nehmen die Täter meist über soziale Netzwerke oder Partnerbörsen Kontakt zu alleinstehenden Personen auf und versuchen, eine oftmals romantische Beziehung aufzubauen“, so die Polizei. Ziel dieser Betrüger sei, durch das Vortäuschen von freundschaftlichen oder romantischen Gefühlen die andere Person emotional so zu beeinflussen, dass sie schließlich Geld überweist. „Sobald der Betrug auffliegt oder die Zahlungen ausbleiben, wird der Kontakt von den Tätern abgebrochen.“
Die Polizei rät, niemals Geld an Unbekannte zu überweisen. „Gehen Sie nicht auf potenzielle Forderungen ein. Wenn Sie online um Geld gebeten werden, seien Sie misstrauisch und hinterfragen Sie die Forderung kritisch. Vertrauen Sie sich Familienangehörigen oder Freunden an.“ Im Zweifel sollte die Polizei kontaktiert werden.