Wohnen müssen wir alle, es ist ein Grundbedürfnis, ein Dach über den Kopf zu haben - auch, wenn das im Moment für viele Menschen ein schwieriges Thema ist. Weil Bauen teuer und Wohnraum daher knapp ist, werden Wohnungen immer teurer und sind für viele schon kaum noch bezahlbar. Das Museum Industriekultur in Osnabrück greift das Wohnen umfassend auf: "Zukunft Bauen. Wie wollen wir wohnen und leben?" heißt die Sonderausstellung, die von diesem Samstag an bis Ende November zu sehen sein wird.
Mit einem großen Baugerüst und zahlreichen begehbaren Häusern greift die Ausstellungsarchitektur die Welt des Bauens auf und führt sofort ins Thema. In dem Abschnitt "Wie bauen?" gehe es um Ansätze für nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen, teilte das Museum mit. Im Bereich "Womit bauen?" sollen traditionelle als auch innovative Baustoffe vorgestellt werden, und in dem Ausstellungskapitel "Wo und für wen bauen?" geht es um die sozialen, geografischen und kulturellen Aspekte des Bauens.
Beispiele für naturschonendes Bauen
So erfahren die Besucher etwa, wie sich die Betriebskosten und CO2-Emissionen durch Passivhäuser oder Solar- und Grünfassaden senken lassen. Gezeigt werden auch Alternativen zum einst beliebten Baustoff Beton - dieser gilt inzwischen wegen des hohen CO2-Ausstoßes bei der Zementherstellung als besonders klimaschädlich.
Inzwischen gibt es eine Renaissance bei der Verwendung traditioneller Baustoffe wie Lehm, Holz und Hanf. Zunehmend werde auch recycleter Beton genutzt, erprobt werden aber auch neue Baustoffe etwa aus Papier, hieß es. Auch Beispiele für naturschonendes Bauen werden gezeigt. Thematisiert werden solle ebenfalls die wechselseitige Beeinflussung von Natur und Bauen.
Kinder bauen eigene Stadt
In jedes Kapitel der Ausstellung wurde auch an Kinder gedacht, die auf einer eigenen "Kinderspur" komplexe Themen einfach und kindgerecht erklärt bekommen. An verschiedenen Stationen können sie selbst aktiv werden. In einem Mitmachraum mit Kinderbaustelle soll im Laufe der Ausstellung eine eigene Stadt entstehen.