Naturphänomen
Braunalgen vor Norderney - keine Gefahr für Urlauber

Nicht schön, aber ungefährlich - der Braunalgenteppich Foto: Volker Bartels/dpa
Nicht schön, aber ungefährlich - der Braunalgenteppich Foto
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Der Schlierenteppich vor Norderney sieht unästhetisch aus - gefährlich ist die Braunalge aber nicht. Die Schaumalge sei nichts Außergewöhnliches, Urlauber sind nicht in Gefahr.

Ein Schlierenteppich hat nach der Frühjahrsblüte von Braunalgen den Strand von Norderney erreicht. Eine Gefahr für Urlauber soll das Phänomen aber nicht sein. „Das haben wir jedes Jahr mehrfach, es ist ganz normal und mit den nächsten Gezeiten wieder weg“, sagte Valeria Bers, Leiterin des Watt Welten Besucherzentrums Norderney. „Nur weil es unästhetisch aussieht, heißt es nicht, dass es schädlich ist“, bekräftigte die Expertin. 

Die Braunalgen hätten eine eiweiß- und kohlenhydrathaltige Hülle, die nach der Blüte absterbe. „So entsteht dieser Schnodderkram“, sagt sie. Im Gegensatz zu Blaualgen schieden Braunalgen keine Toxine aus, sondern produzierten Sauerstoff, erklärt Bers.

Auch Uwe Schneider vom Staatsbad Norderney ist ganz entspannt: „Die Schaumalge ist nichts Außergewöhnliches, sondern ein normaler Vorgang.“ Man sollte nicht unbedingt mit den Händen in die Masse fassen und Kinder und Hunde fernhalten. Im Prinzip sei der Teppich aber unbedenklich. Und: „Wenn der Wind dreht, ist der wieder weg“, sagt Schneider. 

Algen als wichtige Bestandteile der Ökosysteme 

Algen produzieren die Hälfte des Sauerstoffs, den Menschen in Küstengebieten atmen und spielen eine Schlüsselrolle bei der Kohlenstoffbindung im Meer, schreibt das Max-Planck-Institut. Eine Welt riesiger Braunalgen, bekannt als Kelp, lebe gemeinsam mit Tausenden anderer Arten von Rot-, Braun- und Grünalgen, alle als Seetang bezeichnet. Diese Unterwasserwälder seien eine der artenreichsten Umgebungen auf dem Planeten, die eine Vielzahl unterschiedlicher Meereslebewesen beherbergen.

Obwohl sie auf Sonnenlicht angewiesen sind, um Photosynthese zu betreiben, sind Braunalgen keine Pflanzen. Sie haben keine Wurzeln, Blätter oder Stängel, um Nährstoffe zu transportieren. Stattdessen bezieht jede Zelle das, was sie braucht, direkt aus dem Meerwasser, so das Institut. Braunalgen haben sich vor mehr als einer Milliarde Jahren unabhängig von Tieren und Landpflanzen entwickelt. Ihr letzter gemeinsamer Vorfahre war ein Einzeller, was bedeute, dass Tiere, Pflanzen und Braunalgen die Mehrzelligkeit eigenständig entwickelt hätten.

dpa