Der Zoll hat in einem Auto an der A2 im niedersächsischen Peine 14 Dackelwelpen und 2 tragende Hündinnen entdeckt. 13 der Welpen waren nach Angaben der Amtstierärztin in einer Box "unter widrigsten Bedingungen zusammengestopft", wie das Hauptzollamt Braunschweig mitteilte.
Der Fund erfolgte demnach bereits am Mittwoch. In einem Auto mit rumänischem Kennzeichen fanden die Beamten zunächst im Kofferraum zwei Hundeboxen mit zwei Dackeln sowie einem Jungtier. Zwischen Beifahrersitz und Rückbank stießen sie dann unter anderen Gepäckstücken auf eine Transportbox für Tauben, in der sich die 13 weiteren Welpen befanden.
Tiere waren dehydriert und geschwächt
"Als wir eintrafen, machten wir uns Sorgen um ihren Zustand. Die Tiere waren bereits deutlich geschwächt und waren dehydriert", sagte die Amtstierärztin. Die Luftzirkulation sei unzureichend gewesen. "Nach der Aufnahme im Tierheim, der Versorgung mit Wasser, Futter und ersten Auslaufmöglichkeiten zeigten sie sich erfreulicherweise wieder deutlich lebendiger."
Der Fahrer gab der Mitteilung zufolge an, von Ungarn nach Dänemark unterwegs zu sein. Den Transport führe er für Angehörige und Freunde durch. Dokumente für die etwa sechs Wochen alten Welpen legte er laut Zoll nicht vor. Die Hunde seien zudem nicht mit Transpondern gekennzeichnet und nicht gültig gegen Tollwut geimpft gewesen, auch die erforderlichen Gesundheitsbescheinigungen hätten nicht vorgelegen.
Besondere Fellfarbe bei einigen Welpen
Der Zoll geht wegen der Anzahl der Tiere vor einem gewerblichen Transport aus. Dafür wäre ein Befähigungsnachweis des Fahrers erforderlich gewesen. Zudem benötigten Fahrzeuge für den gewerblichen Tiertransport eine spezielle Zulassung, für die es geeignete Belüftungssysteme, die Möglichkeit zur Wasserversorgung sowie ausreichend große Transportboxen brauche.
Für einen gewerblichen Transport spreche auch, dass einige Welpen eine seltene Scheckung aufwiesen. "Für diese besondere Fellfarbe, die durch einen Gendefekt bedingt ist, werden von den Händlern deutlich höhere Preise verlangt", sagte die Amtstierärztin.
Ermittlungen wegen Ordnungswidrigkeiten gegen den Fahrer
Die beiden ausgewachsenen Hündinnen erwarten den Angaben zufolge in den kommenden Tagen Nachwuchs. Sie können somit nicht die Muttertiere der Welpen sein. Der Verbleib der Muttertiere sei unklar – auch das sei ein Verstoß gegen die Tierschutz-Hundeverordnung.
Den Fahrer erwartet ein Ordnungswidrigkeitenverfahren durch den Landkreis Peine wegen Verstößen gegen tierseuchen- und tierschutzrechtliche Bestimmungen. Er muss außerdem die Kosten für die Unterbringung der Tiere in Quarantäne tragen.