Rückkehrer Kai Havertz klatschte mit den Leverkusener Spielern ab und holte sich dann den Applaus der mitgereisten Arsenal-Fans ab. Ausgerechnet der frühere Bayer-Profi hatte soeben den Werksclub um einen möglichen Überraschungssieg gegen den FC Arsenal gebracht. Der deutsche Fußball-Nationalspieler traf nach langer Leverkusener Führung spät per Foulelfmeter (89. Minute) zum 1:1 (0:0) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League.
"Ich bin froh, dass ich angetreten bin und getroffen habe. Es tut mir natürlich leid für die Leverkusener, aber ich habe mich gefreut", sagte Arsenal-Profi Havertz bei DAZN: "Wir sind glücklich, dass wir am Ende noch das Unentschieden geschafft haben."
Andrich hofft auf Sieg im Rückspiel
"Bitter" sei der Ausgleich gewesen, sagte Torhüter Janis Blaswich. Spielerisch habe sein Team gegen den Titelfavoriten überzeugt: "Wenn wir auf unsere Leistung schauen, dann haben wir sehr erwachsen gespielt, sehr griffig." Torschütze Robert Andrich meinte: "Nächste Woche haben wir noch eine Chance."
Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena überzeugte Bayer 04 mit großem Engagement und einer stabilen Defensive und hätte fast gewonnen. Andrich brachte Bayer in der 46. Minute in Führung, ehe der eingewechselte Havertz dem englischen Tabellenführer zumindest das Remis rettete. Arsenal hatte in der Ligaphase der Königsklasse als einziges Team alle acht Spiele gewonnen.
Beim Rückspiel schon am kommenden Dienstag in der britischen Hauptstadt ist nun alles offen. Zuvor steht am Samstag für Leverkusen das Heim-Duell mit dem FC Bayern München auf dem Programm.
Lattenglück für Leverkusen
Die Leverkusener kamen recht gut in die Partie. Erste Abschlüsse von Christian Kofane und Ibrahim Maza war zwar nicht genau genug. Doch sie zeigten Bayers Drang, wenn immer möglich, nach vorne zu spielen.
Dass das auch schnell schiefgehen kann, zeigte sich in der 19. Minute. Arsenal konterte zügig und präzise und wäre fast in Führung gegangen. Leverkusen hatte Glück, dass der harte Schuss von Gabriel Martinelli nach einem schönen Spielzug nur an die Latte klatschte.
Die große Chance sollte lange die einzige Gelegenheit für die Gäste bleiben. Arsenal hatte zwar etwas mehr Ballbesitz als die Werkself, wusste damit aber recht wenig anzufangen. Bayer 04 stand gut in der Defensive und präsentierte sich griffig in den Zweikämpfen. Wille und Einsatzbereitschaft stimmten.
Bayer mit super Start in die zweite Hälfte
Für neutrale Zuschauer hätte die Begegnung durchaus unterhaltsamer sein können. Bayer-Coach Hjulmand dürfte mit dem Auftritt seiner Mannschaft aber zufrieden gewesen sein. Mal griff sein Team früh an, mal ließ es sich fallen und verteidigte in einem engen Block.
In den zweiten Durchgang startete Bayer 04 mit noch mehr Power und belohnte sich schnell. Zehn Sekunden nach Wiederanpfiff scheiterte Martin Terrier per Kopf noch an Arsenal-Keeper David Raya. Die anschließende Ecke nutzte Robert Andrich zur Führung.
Der von Abwehrspieler Jarell Quansah geschickt frei geblockte Kapitän ließ die Leverkusener Fans mit einem Kopfballtor jubeln. Vor der Partie waren die starken Arsenal-Ecken und offensive Blocks der Gunners ein großes Thema gewesen. Nun traf Bayer auf genau diese Art.
Bayer-Fans applaudieren Havertz
Auch nach dem Rückstand gelang es Arsenal kaum, den Druck zu erhöhen. Startrainer Mikel Arteta trieb seine Mannschaft wild gestikulierend an und versuchte, mit Einwechslungen auf das Spiel einzuwirken.
Der Spanier brachte unter anderem Havertz, der auch von den Leverkusener Fans mit viel Applaus empfangen wurde. Der Offensivmann war als Zehnjähriger zu Bayer gewechselt und dort zum Nationalspieler gereift. Nun kehrte er erstmals seit seinem Abgang 2020 für ein Pflichtspiel in die BayArena zurück - und schockte sein Ex-Team mit dem Elfmetertor in der Schlussphase. Zuvor hatte Malik Tillmann im Strafraum gegen Noni Madueke leicht gefoult.