Forschungsprojekt
Gesucht: Bäume für die Stadt von morgen

Ludwigshafen ist für viele ein Mix aus Industrie und Natur. (Symbolbild) Foto: Lando Hass/dpa
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© Lando Hass/dpa
Wachsende Hoffnungsträger: Neue Arten sollen auch auf kleinen Flächen für Abkühlung sorgen. Es geht um die urbane Anpassung an den Klimawandel.

Mehr Grün trotz enger Räume: Mit einem Forschungsprojekt will Ludwigshafen herausfinden, wie sich auch schwierige innerstädtische Standorte besser begrünen lassen. Die Stadt beteiligt sich an einer bundesweiten Versuchsreihe der Fachhochschule Erfurt, die untersucht, wie sich Bäume in bebauter Umgebung entwickeln. Im Fokus stehen der Kommune zufolge schnell wachsende Arten mit begrenzter Lebensdauer, die helfen könnten, auch stark verdichtete Quartiere sinnvoll zu begrünen und damit mehr Schatten, Kühlung und Aufenthaltsqualität zu erlangen.

Grün gegen Hitze in der Stadt

Gerade in Städten sind die Bedingungen für Bäume oft schwierig. Versiegelte Flächen und unterirdische Leitungen schränken das Wachstum ein. Dennoch sollen Bäume eine zentrale Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel spielen, wie die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz mitteilte.

In Ludwigshafen wurden dafür 28 Bäume an mehreren Standorten gepflanzt, darunter Birkenpappeln, Zürgelbäume, Flatterulmen und Blauglockenbäume. Die Pflanzung erfolgte ohne zusätzliche Bodenverbesserung, um realistische Ergebnisse zu erhalten.

Bäume im Härtetest

Begleitet wird das Projekt über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren. Jährlich werden Höhe und Stammumfang gemessen, zudem beobachten Fachleute die Vitalität der Bäume während der Vegetationsperioden. Die Pflanzen werden regelmäßig bewässert, jedoch nicht gedüngt. Ziel ist es, herauszufinden, welche Arten sich unter den oft beengten und belasteten Bedingungen behaupten können und wie sich problematische Standorte besser begrünen lassen.

Ein zentrales Problem bleibe der begrenzte Raum für Wurzeln, der häufig nicht den empfohlenen Standards entspreche, hieß es. Stoßen Wurzeln an Grenzen, weichen sie oft unter Gehwege oder Straßen aus und verursachen Schäden. Die Studie soll daher konkrete Erkenntnisse liefern, welche Baumarten mit solchen Bedingungen besser zurechtkommen. Langfristig erhofft sich Ludwigshafen daraus wichtige Impulse für die Stadtplanung – und neue Wege, um auch in dicht bebauten Bereichen mehr Grün zu schaffen.

dpa