Kuriose Aktion
Blitzer-Attrappen bremsen Verkehr aus

Achtung, falscher Blitzer! Aber gebremst wird offenbar dennoch. Foto: Laszlo Pinter/dpa
Achtung, falscher Blitzer! Aber gebremst wird offenbar dennoch. Foto
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Mit grau-schwarzen Säulen tricksen Unbekannte in Schmitshausen Autofahrer aus. Die Wirkung bleibt nicht aus - und der Ort hofft auf eine dauerhafte Lösung für seine Verkehrssorgen.

Zwei täuschend echt wirkende Blitzer sorgen in Schmitshausen (Kreis Südwestpfalz) für Aufmerksamkeit: In der Nacht zum 1. Mai haben Unbekannte jeweils an den Ortseingängen entlang einer Landstraße entsprechende Attrappen aufgestellt. Die grauen Säulen ähneln stationären Geschwindigkeitsmessanlagen mit den charakteristischen schwarzen Messringen. Zuvor hatten mehrere Medien über die Aktion berichtet. Ortsvorsteherin Sabrina Engel bewertet die Aktion aus der zurückliegenden Hexen- beziehungsweise Walpurgisnacht positiv: "Ich bin total begeistert von unseren Hexen hier in Schmitshausen, dass die hier so einen tollen Blitzer aufgestellt haben – und das zeigt tatsächlich auch schon Wirkung", sagte die 38-Jährige. Autofahrer würden deutlich langsamer fahren. "Was vorher natürlich nicht so war. Die bremsen erst sehr spät ab und fahren wirklich mit sehr hoher Geschwindigkeit hier in den Ort rein."

Ein fest installierter Blitzer wäre aus Engels Sicht zwar sinnvoll, eine Umsetzung hält sie jedoch für unwahrscheinlich. "Selbstverständlich wäre das eine Option, aber ich bezweifle, dass wir da von den höheren Stellen eine Chance dazu haben", sagte sie. Den ungewöhnlichen Hexennacht-Streich begrüße sie dennoch ausdrücklich. 

Hintergrund der Aktion dürfte nach Einschätzung aus dem Ort die seit längerem kritisierte Verkehrssituation sein: Anwohner beklagen demnach, dass Fahrzeuge häufig zu schnell in den Ort hinein fahren. Der Wunsch nach festen Blitzern werde seit Jahren geäußert, konkrete Maßnahmen seien bislang jedoch nicht umgesetzt worden.

Kreative Problemlösung?

In Schmitshausen wird die Aktion vor allem als kreativer Hinweis auf ein ungelöstes Problem verstanden. Ob die Attrappen dauerhaft stehen bleiben, war zunächst unklar. 

Und was sagt die Polizei? Ein Sprecher der Polizeiinspektion Zweibrücken teilte mit, dass sich die Attrappen auf Privatgrundstücken befänden und damit in die Zuständigkeit der Ortsgemeinde fielen. Aus polizeilicher Sicht gebe es keine Einwände, solange keine tatsächlichen Fotoaufnahmen von Verkehrsteilnehmern gefertigt würden.

dpa