Schüsse auf Polizisten
Polizei setzte Taser gegen Prümer Schützen ein

Ein Großeinsatz der Polizei sorgte am Dienstag in Prüm für Aufsehen. (Archivbild) Foto: Kevin Schößler/dpa
Ein Großeinsatz der Polizei sorgte am Dienstag in Prüm für Aufsehen. (Archivbild) Foto
© Kevin Schößler/dpa
Die Schüsse eines Mannes auf Polizisten haben am Dienstag in Prüm für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt gibt die Staatsanwaltschaft neue Details bekannt.

Die Polizei hat gegen den mutmaßlichen Schützen in Prüm am Dienstag einen Taser eingesetzt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Trier mit. Der 25-Jährige habe im Zuge von Kontrollmaßnahmen Widerstand geleistet, sodass es zum Einsatz des Distanz-Elektroimpulsgeräts gekommen sei.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe es "ein Gerangel zwischen dem Beschuldigten und einem eingesetzten Polizeibeamten" gegeben, als dieser den Mann anhalten wollte. Dabei habe der Beschuldigte dem Beamten die Dienstwaffe aus dem Hoster gezogen und mehrere Schüsse abgegeben.

Taser heißen offiziell Distanz-Elektroimpulsgeräte (DEIG). Die Polizei setzt sie unter anderem ein, damit sich Einsatzkräfte vor Angreifern schützen können, ohne zur Schusswaffe zu greifen. Taser geben aus geringer Distanz Elektroschocks ab, die einen Menschen in der Regel zunächst handlungsunfähig machen.

Schüsse auch aus Dienstpistole der Polizistin

Eine Polizistin, die mit ihrem Kollegen vor Ort war, wurde durch einen Schuss in den Oberschenkel verletzt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden in Erwiderung der Schüsse auch aus der Dienstpistole der Polizistin Schüsse abgegeben. Der 25-Jährige wurde dabei nicht verletzt.

Welcher der beiden Polizisten den Taser gezogen habe, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Auch weitere Einzelheiten zum Ablauf müssten noch geklärt werden.

Tatverdächtiger kommt in psychiatrische Klinik

Der Mann soll zuvor in einer Arztpraxis randaliert haben. Nach den Schüssen war er zunächst geflüchtet, konnte dann aber nach einem Großeinsatz in der Eifelstadt in einem Waldstück gestellt werden. Da es Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung bei dem Mann gibt, wurde er einstweilig in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

dpa